Aufbruch und Wandel

Die Welt um 1500

In der ersten Abteilung der umfassenden und spannenden Ausstellung geht es um die kulturellen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die sich um 1500 in Europa abspielten. Namhafte Künstler der Renaissance wie Leonardo da Vinci, Michelangelo, aber auch bedeutende deutsche Künstler wie Albrecht Dürer sind bei ihrer Arbeit zu sehen. Die von Deutschland ausgehende Reformation unter Führung Martin Luthers wird ebenso dargestellt wie das  Alltägliche des damaligen Lebens: Handel und Handwerk, das bunte Treiben der Gaukler, das mühselige Dorfleben wie auch das Dunkel der Hexenprozesse und der drakonischen Bestrafungen dieser Zeit finden Eingang in die Präsentation. 

Die zweite Abteilung handelt von militärischen Veränderungen in dieser Epoche. Die mittelalterlichen Ritterheere wurden zunehmend von den Fußtruppen der Schweizer, der Burgunder oder durch deutsche Landsknechte verdrängt. Kondottiere und Feldherren bestimmten immer mehr die Kampfweise auf den blutigen Schlachtfeldern dieser Zeit; zudem gewann das Geschützwesen (Artillerie) an Bedeutung.

In der dritten Abteilung geht es mit den wagemutigen Seefahrern auf große Entdeckungsfahrt zu bisher unbekannten Kontinenten und fernen Ländern. Kolumbus landete in Amerika, Hernán Cortés eroberte das Aztekenreich und Francisco Pizarro das Reich der Inka in Peru. Bunte Szenen des Lebens in Japan und Indien ergänzen das Bild einer weiten, unbekannten Welt. Aber auch das große Reich der Mitte, das Weltreich China, wird angemessen dargestellt; Gleiches gilt für die geradezu legendäre Seidenstraße.


Für die freundliche Überlassung der Ausstellung danken wir recht herzlich:
Herrn Lars Maurer, Leiter Museum im Karl-Wörn-Haus der Stadt Schwetzingen
und den Kurpfälzer Figurenfreunden für Ihre Leihgaben. 


Wir freuen uns, dass wir dieses Ausstellung zeitgleich zur parallel laufenden Sonderausstellung im Museum in Schrobenhausen zeigen können.
"Bayern und das Meer" thematisiert den frühen weltumspannenden Handel auf See mit einer Vielzahl unterschiedlichster Artefakte, geborgen aus den Tiefen der Weltmeere.



Figurengruppen kurz erklärt

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Annaberger Bergaltar, RHL

Altarretabel nach Hans Heese
Handwerk - Annaberger Bergaltar
Die Bildtafeln auf dem Annaberger Bergaltar sind ein Werk des spätgotischen Malers Hans Heese. 

Der Bergaltar steht in der St. Annenkirche zu Annaberg-Buchholz. Seine vier Bildtafeln sind neben den Stichen aus "Georgius - Agricolas De re metallica" eine der berühmtesten Darstellungen des frühneuzeitlichen Bergbaus.

Über ihren Schöpfer Hans Heese ist nur wenig bekannt. Er stammte wohl aus Nürnberg und kam über Zwickau nach Annaberg und schließlich nach Buchholz. In Annaberg, wo er sich etwa 1506 ansiedelte, schuf er im Auftrag der Bergknappschaft 1522/23 die Bildtafeln für die Rückseite des schon im Jahre 1521 geweihten Bergaltars.

Auf den Tafeln sieht man die typischen Zyklen der damaligen Erzgewinnung und -verarbeitung: Erschließung neuer Bergwerke, Abbau und Zerkleinerung des Erzes, Auswaschen des Silbers, Verhüttung, Münzprägung.

Artillerie der Landsknechte

Kunststofffiguren
Landsknechte  - Artillerie der Landsknechte

Die ersten Geschütze wurden um 1500 entwickelt und waren wahre Ungetüme, die Steinkugeln im Durchmesser von 12 bis 80 Zentimeter verschossen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts waren sie im Einsatz. Ihre Wirkung war gewaltig und machte mit einem Schlag herkömmliche Befestigungen nutzlos. Ihr Nachteil war, dass sie extrem schwer waren und nur mit einem riesigen Aufwand transportiert werden konnten.

Die spektakulären Siege der Schweizer Konföderation über die gewaltige burgundische Kriegsmaschinerie machten auf tragische Weise deutlich, dass die Zeit des ritterlichen Kampfes vorbei war.

Artillerie der Landsknechte, PFC

30 mm Flachfiguren
Landsknechte - Artillerie der Landsknechte - Laden von Kanonen
Um 1500 veränderte eine wichtige Neuerung das Kriegswesen entscheidend und beschleunigte das Verschwinden schwer gepanzerter Ritterheere: das Aufkommen der Feuerwaffen. 

Die Eroberung von Burgen und befestigten Städten war im Mittelalter ein mühsames und zeitraubendes Unternehmen. Durch die Entwicklung und den Einsatz von Geschützen änderte sich dies grundlegend. Befestigungen konnten in kurzer Zeit sturmreif geschossen werden. Die ersten Geschützrohre wurden aus Eisenstäben zusammengeschmiedet und mit Eisenringen verstärkt. Die wurden auf Holzbalken gekettet und Legbüchsen genannt. 

Im Lauf des 15. Jahrhunderts erfolgten drei Innovationen, die für die Weiterentwicklung des Geschützwesens entscheidend waren: Die Verwendung von Eisenkugeln (bisher Steinkugeln), die Verwendung von Bronzeguss zur Herstellung der Rohre (exaktere Röhren) und Entwicklung der Lafette zum leichteren Transport.

Artillerie, KHKE

40 mm Flachfiguren
Landsknechte- Artillerie der Landsknechte - Transport von Kanonen
Die frühen Formen der Geschütze wurden zunächst bei Belagerungen verwendet. Die Belagerungsgeschütze lassen sich in vier Arten einteilen: Hauptbüchsen, Notbüchsen, Viertelbüchsen und Mörser.
Letzterer war ein Steilfeuergeschütz, das erstmals auch explodierende Munition einsetzte und das für Belagerungen oder im Rahmen der Festungsartillerie (als Festungsgeschütz) diente.

Eine Zwischenstufe zwischen dem Mörser und der Kanone war die Haubitze, die in Böhmen – dem heutigen Tschechien – erfunden wurde. Da die frühen Geschütze eine geringe effektive Reichweite hatten, wurden sie nah an die Mauern in Stellung gebracht. Die Mündung war durch einen aufklappbaren Bretterschirm, den man vor der Zündung des Pulvers aufzog, vor feindlichem Beschuss geschützt.

Bereits um 1400 verfügten europäische Heere im Belagerungskrieg über die mächtigsten Geschütze, von denen einige erhaltene Riesengeschütze wie der Pumhart von Steyr oder die Mons Meg Zeugnis ablegen. Die Reichweite dieser frühen Geschütze war eher gering, in der Regel nicht mehr als 180 Meter.

Atztekische Krieger vom Adler-Orden, ARU

Aztekenkrieger
Adlerkrieger waren Mitglieder der aztekischen Armee. Sie waren Berufssoldaten und agierten als Eliteeinheiten. Eine weitere Gruppe waren die Jaguarkrieger. Zwischen beiden gab es heftige Rivalitäten, die Totems der Adler- und Jaguarkrieger waren die Sonne und der Mond:  die Sonne symbolisierte den Tag und stand für die Adlerkrieger, der Mond die Nacht und stand für die Jaguarkrieger. 

Zu erkennen waren die Adlerkrieger an ihrer Kleidung und ihrem prächtigen Federschmuck. Schon als kleine Kinder lernten aztekische Jungen den Umgang mit den Waffen und übten für den Krieg in speziellen Schulen. Nur die besten Schüler konnten in die Kaste der Adlerkrieger aufsteigen. Dafür mussten sie sich auf dem Schlachtfeld durch besondere Taten auszeichnen. Für die feierlichen Menschenopfer nahmen sie so viele feindliche Krieger gefangen, wie es ihnen möglich war. Die Anzahl ihrer Gefangenen bestimmte ihren Rang. Der Adlerkrieger hat nach wie vor in Mexiko Bedeutung. Das Logo von Aeroméxico zeigt einen stilisierten Kopf.

Azteken - Cortés trifft Moctezuma, DRL

Sie treffen sich außerhalb von Tenochtitlán, Detail aus dem Gesamtbild.
Azteken - Cortés trifft Moctezuma außerhalb von Tenochtitlán
Die Spanier erreichten am 8. November 1519 die aztekische Hauptstadt Tenochtitlán. Sie waren überwältigt vom Anblick der riesigen Stadt, deren König Moctezuma II. sie mit reichen Geschenken überhäufte. Dass Moctezuma in Cortés den Gott Quetzalcoatl erblickt habe, dessen Wiederkehr in einer aztekischen Prophezeiung angekündigt werde, und ihm in einer Rede formell die Herrschaft übergeben habe, wird in der neueren Forschung als Geschichtsmythos angesehen. 


Azteken - Cortés trifft Moctezuma, DRL

Beide treffen sich außerhalb von Tenochtitlán
Azteken  - Cortés trifft Moctezuma außerhalb von Tenochtitlán
Während die Spanier nach Tenochtitlán vorrückten, wurde Moctezuma permanent über deren Aufenthaltsort informiert. Er zeigte sich sehr erschrocken über die Berichte, insbesondere über die Bemühungen der Spanier, durch die Befragung Einheimischer genauere Informationen über ihn zu erhalten. Auch fühlte er sich nicht imstande, Entscheidungen bezüglich der Spanier zu treffen, fragte die aztekischen Götter bei jeder neuen Nachricht um Rat und ließ ihnen Menschen opfern, damit sie ihm eine Antwort auf seine Fragen lieferten. Ebenso wurde er zornig, als ihm seine Zauberer keine guten Prophezeiungen übermitteln konnten, und ließ daraufhin sie und ihre Familien töten.

Auf ihrem Weg nach Tenochtitlán wurden die Spanier in einige Gefechte verwickelt, vor allem mit dem mit den Azteken verfeindeten Volk der Tlaxcalteken. Besonders die überlegene spanische Waffentechnik, die unter den Tlaxcalteken für immense Verluste sorgte und auch durch den Lärm und den unbekannten Geruch des Schießpulvers Angst erzeugte, war dafür verantwortlich, dass die Spanier in jedem Gefecht praktisch ohne Tote in den eigenen Reihen siegten.

Ebenso spielten die spanischen Reiter eine Rolle, denn sie verschafften der Truppe einen Vorteil an Mobilität – Reittiere oder gar Pferde waren zu dieser Zeit in Amerika vollkommen unbekannt. Dies führte natürlich auch zu einer gewissen psychologischen Wirkung auf die Einheimischen. Cortés stellte die Wirkung seiner Waffen und auch der Pferde gezielt zur Schau, um die Überlegenheit der Spanier offen zu demonstrieren.  Dementsprechend verbreiteten sich in der Region Gerüchte von der Unbesiegbarkeit der Spanier.

Azteken - Der Weg nach Tenochtitlán, SZB

Cortés bespricht sich mit Häuptlingen seiner tlaxcaltekschen Verbündeten über das weitere Vorgehen
Azteken - der Weg nach Tenochtitlán. Cortés bespricht sich mit Häuptlingen seiner tlaxcaltekischen Verbündeten über das weitere Vorgehen
Im Hochland von Mexiko musste Cortés auf dem Marsch nach Tenochtitlán das Land der Tlaxcalteken durchqueren. Ihr Gebiet war der einzige größere Staat im zentralen Mexiko, den die Azteken niemals unterwerfen konnten, obgleich er von allen Seiten von aztekischem Gebiet umgeben war. Obwohl die Spanier gegen ihre Erbfeinde zogen, versuchten die Tlaxcalteken zunächst, das spanische Heer am Durchmarsch durch ihr Land zu hindern.

Die Spanier waren den Tlaxcalteken zwar überlegen, doch Cortés war mehr an deren Freundschaft gelegen als an einem Sieg über sie. Schließlich gelang es Cortés, die Tlaxcalteken als indianische Bündnispartner zu gewinnen. Die Spanier konnten so neue Kräfte schöpfen, sich mit Vorräten versorgen und ohne weitere kriegerische Auseinandersetzungen das Land durchqueren. Außerdem unterstützten mehrere Tausend tlaxcaltekische Krieger, die sich in der Kriegstechnik der Azteken hervorragend auskannten, die Spanier auf ihrem weiteren Vormarsch.

Azteken - Der Weg nach Tenochtitlán, SZB

Das gemischte Heer der verbündeten Spanier, Tlaxcalteken und Tototnaken
Azteken - der Weg nach Tenochtitlán. Das gemischte Heer der verbündeten Spanier, Tlaxcalteken und Totonaken
Als Cortés an der mexikanischen Küste landete, gründete er die Stadt Veracruz. Dort suchten ihn Häuptlinge der hier lebenden Totonaken auf. Das Volk der Totonaken wurde von den Azteken unterdrückt und grausam ausgebeutet wie zahlreiche andere Indianerstämme auch. In Cortés und seinen Soldaten sahen diese Völker einen Helfer im  Befreiungskampf gegen die Azteken.

Cortés musste sich darüber im Klaren gewesen sein, dass er ohne solche Verbündete seine Ziele nicht erreichen konnte. Er begab sich deshalb mit seinen Gefährten nach Cempoala, der Hauptstadt der Totonaken. Hier konnten die Spanier verschnaufen und Kräfte sammeln. Außerdem bekamen sie 1000 totonakische Träger für den Transport der schweren Kanonen ins Hochland.

Azteken - Der Weg nach Tenochtitlan, SZB

Die Masse des verbündeten Heeres; die Träger für die Versorgung der Truppen
Azteken - der Weg nach Tenochtitlán. Die Masse des verbündeten Heeres; die Träger für die Versorgung der Truppen
Schon bald nach der Landung der Spanier auf dem Festland erschienen aztekische Gesandte mit wertvollen Geschenken. Dennoch weigerte sich Cortés das aufgeschlagene Lager wieder abzubrechen. Nach dem Rückzug der Gesandten nahm der König der dort ansässigen Totonaken Kontakt mit den Spaniern auf und schloss ein Bündnis mit ihnen.

Um die spanische Krone für seine Sache - die Erkundung und Eroberung des Landes - zu gewinnen, schickte Cortés ein Schiff mit allem Gold, das die Neuankömmlinge auftreiben konnten, nach Spanien.  Dann ließ er alle anderen Schiffe aus Furcht vor Desertionen seeuntüchtig machen. Schließlich marschierte er mit etwa 300 Soldaten und einer weitaus größeren Anzahl Totonaken ins Landesinnere. 

Bald darauf gelangten die Spanier in die Nähe von Tlaxcala, einer mit den Azteken verfeindeten mächtigen Stadt. Nach mehreren Kämpfen und hohen Verlusten auf beiden Seiten, machte Cortés den Tlaxcalteken mehrfach Friedensangebote, die schließlich auch angenommen wurden.

Beide Parteien erkannten schon bald darauf den Wert der jeweils anderen Seite für den Kampf gegen die Azteken. Die Feuerkraft der spanischen Truppe verschaffte ihnen nun einen bisher nicht dagewesenen, entscheidenden taktischen Vorteil und die Spanier erkannten, dass ihre Unternehmung ohne die Unterstützung der Tlaxcalteken zum Scheitern verurteilt war.

Azteken - Eine Unterhaltung zwischen Cortés und Moctezuma, PFC

Beide treffen sich im Beisein von Cortés´ Dolmetscherin Malinche
Azteken - eine Unterhaltung zwischen Cortés und Moctezuma I. im Beisein von Cortés´ Dolmetscherin Malinche
Malinches (*1505) Eltern gehörten dem indianischen Adel und sollen über mehrere Ortschaften geherrscht haben. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie wahrscheinlich von ihre Mutter an Maya-Sklavenhändler verkaufte, um ihrem Sohn aus zweiter Ehe das Erbe zu sichern. Als Cortés 1519 in Tabasco die Mayas besiegte, schenkten diese ihm als Zeichen der Ehrerbietung neben einigen Kostbarkeiten zwanzig Sklavinnen. Unter diesen befand sich Malinche.

Die Sklavinnen wurden nach einer Unterweisung in der christlichen Religion getauft - aus Malinche wurde Marina. Sie spielte als Dolmetscherin und spätere Geliebte des Eroberers Hernán Cortés eine bedeutende Rolle während dessen Eroberungsfeldzuges. Durch Malinches Dolmetscherdienste gelangte Cortés an entscheidende Informationen und konnte durch diplomatisches Geschick die Kaziken von Völkern, die ursprünglich den Azteken tributpflichtig waren, als seine Verbündeten gewinnen. Schließlich entstand eine mehrheitlich aus indianischen Soldaten zusammengesetzte Streitmacht, die die aztekische Hauptstadt Tenochtitlán, das heutige Mexiko-Stadt, im August 1521 erobern konnte.

Azteken - Einheimische Träger zur Versorgung von Cortés´ Truppe, GMB

Azteken - Einheimische Träger zur Versorgung von Cortés´ Truppen
Der Gouverneur von Kuba hatte Hernán Cortés zu einem Festmahl geladen. Die Absicht dahinter war, ihn festzusetzen und ihm damit das Kommando über die Hueste zu entziehen - das waren die privat finanzierten Kriegsunternehmen, mit denen die Spanier die Neue Welt eroberten.

Cortés gelang es mit seinen Männern Kuba zu verlassen:  rund 500 Abenteurer aus allen Teilen Spaniens, dazu ein paar Ausländer. Darunter 32 Armbrustschützen, 13 Musketiere, 16 Pferde, einige Dutzend Mastiff-Kampfhunde und 50 Seeleute sowie zusätzlich 200 kubanische Ureinwohner und einige afrikanische Sklaven, die als gezwungene Träger dabei waren.
Es ist geradezu ein Wunder, dass es dieser Truppe gelang, das Reich der Azteken, das größte Reich Mittelamerikas innerhalb von zweieinhalb Jahren zu erobern.

Azteken - Moctezuma II. auf einer Sänfte -

Azteken - Moctezuma II. auf einer Sänfte
Moctezuma II. wurde nach dem Tod seines Onkels und Vorgängers  Ahuitzotls (1502) vom aztekischen Adel zum König gewählt.
Innenpolitisch bewirkte Moctezuma eine weitgehende Stärkung der Position des Adels. Er entließ nichtadelige Beamte aus ihren Ämtern und schuf dem Adel somit Konkurrenzlosigkeit auf allen politischen Betätigungsfeldern. 

In der aztekischen Mythologie soll der Schöpfergott Quetzalcoatl – eine Gottheit mit heller Gesichtsfarbe und langem Bart – bei seiner Abreise verkündet haben, dereinst über den Atlantischen Ozean mit seinem Gefolge zurückzukehren. Als sich zur Zeit der Landung der Spanier Naturereignisse und andere Erscheinungen häuften, die seitens der mexikanischen Priesterschaft als Vorboten interpretiert worden sind, dachte man, Cortés sei die zurückkehrende Gottheit und Moctezuma empfing ihn deshalb in seinem Palast und unterwarf sich ihm. 


Azteken - Opferszene unter den Augen Moctezumas II., GMB

Azteken: Opferszene unter den Augen Moctezumas II.
Die Azteken glaubten, dass nur regelmäßige Opfer den Sonnenaufgang sicherstellten. Für die einzigen Gaben, die das ermöglichen würden, hielten sie die noch zuckenden Herzen von Gefangenen, die von Priestern mit Obsidianmessern* aus dem Körper geschnitten wurden. Um die enorme Zahl an Opfern zu gewährleisten, waren permanente Kriegszüge gegen die Nachbarn nötig. Sie werden als „Blumenkriege“ bezeichnet, denn ihr einziger Zweck war das Sammeln von Gefangenen.

Moctezuma II. war von 1502 bis zu seinem Tod 1520 Herrscher über das Reich der Azteken. Während der ersten siebzehn Jahre seiner Herrschaft führte er die rigide Expansionspolitik seiner Vorgänger fort; wesentlich bekannter ist er jedoch aufgrund seiner Rolle im Kampf gegen die Spanier unter Hernán Cortés während der letzten beiden Jahre seines Lebens.

*Obsidian ist ein natürlich vorkommendes vulkanisches Gesteinsglas

Azteken Herrscher Moctezuma II, SZB

Aztekenkrieger
Moctezuma II. war von 1502 bis zu seinem Tod 1520 Herrscher über das Reich der Azteken. Während der ersten siebzehn Jahre seiner Herrschaft führte er die rigide Expansionspolitik seiner Vorgänger fort; wesentlich bekannter ist er jedoch aufgrund seiner Rolle im Kampf gegen die Spanier unter Hernán Cortés während der letzten beiden Jahre seines Lebens.

Der Name Motecuzoma bedeutet in der Landessprache „Er schaut finster drein wie ein Fürst“. Sein Name war für die spanische Phonologie fremdartig und schwer wiederzugeben, weshalb die Spanier den König Moctezuma nannten, was später durch analogische Fehlinterpretation zu Montezuma  wurde.

Azteken, Der aztekische Herrscher Moktezuma II., HLA

Der Herrscher empfängt Hernán Cortés in seinem Palast in Tenochtitlán
Azteken - Der aztekische Herrscher Moctezuma I. empfängt Hernán Cortés in seinem Palast in Tenochtitlan
Moctezuma II. (um 1465/1520) wurde nach dem Tod seines Onkels und Vorgängers Ahuitzotls (1502) vom aztekischen Adel zum König gewählt. Im Frühjahr 1519 wurde er vom Eindringen der spanischen Eroberer auf der Halbinsel Yucatan überrascht. Sieben Tage nach der Landung übermittelte ihnen der Gesandte des Königs reiche Geschenke an Gold und kostbaren Stoffen, um sie loszuwerden, weckte damit aber einen noch stärkeren Drang, nach Tenochtitlán zu gelangen. Zudem wollten die Spanier den „Ungläubigen“ das Christentum nahebringen.

Moctezuma versuchte in Folge noch mehrmals die Truppe durch Übersendung großzügiger Geschenke von einem „Besuch“ Tenochtitláns abzubringen, was die Spanier als  Beleidigung auffassten; schließlich lud er sie als Gäste in die Stadt ein. Das Ganze endete mit einer Gefangennahme des Königs, der zunächst mit leeren Versprechungen bei Laune gehalten wurde. Als sich die Lage zuspitzte, wurde er entweder von seinem eigenen Volk mit Steinen getötet oder hinterrücks von den Spaniern erdolcht - ist bis heute nicht ganz klar. 

Azteken-Krieger

Aztekenkrieger
Sogenannte Jaguarkrieger waren Mitglieder der aztekischen Armee. Sie agierten als Eliteeinheiten und waren Berufssoldaten. Eine weitere Gruppe waren die Adlerkrieger.

Das Totem der Jaguarkrieger war der Mond und stand für die Nacht. Die Jaguarkrieger wurden als aktive Kämpfer auf dem Schlachtfeld eingesetzt. Zu erkennen war diese Kriegergruppe an ihrem aufwendigen Schmuck und ihrer Kleidung. Oft kleideten sie sich mit dem Fell eines erlegten Jaguars.

Azteken-Krieger

Aztekenkrieger
Die Azteken beherrschten noch keine Schmiedekunst, deshalb waren ihre Waffen aus Holz, Stein und Obsidian, einem schwarzen vulkanischen Glas, hergestellt. Als Angriffswaffen benutzen sie Speere, die sie mit Hilfe einer Speerschleuder, warfen. Sie trugen jedoch auch eine schwere Lanze, deren Spitze mit Obsidianklingen versehen  war.

Neben dem kurzen Obsidianschwert wurden auch lange Schwerter dieser Art verwendet. Sie wurden mit beiden Händen gehalten, waren jedoch nicht so lang wie die Hellebarden der Europäer. Keulen und Beile verwendeten sie nur im Nahkampf. Eine wichtige Fernwaffe war die Schleuder aus Leder oder Pflanzenfasern, mit ihr konnten die Krieger bis zu faustgroße Steine über große Entfernungen zielgenau und mit großer Wucht abschießen. Daneben wurden auch Pfeil und Bogen verwendet. Diese Fernwaffe hatte die größte Reichweite, war sehr treffsicher, hatte jedoch nicht die Durchschlagskraft  einer Lanze oder eines Speers.

Azteken-Krieger

Aztekenkrieger
Die Azteken waren eine hochgerüstete Gesellschaft. Ihre Kampfkraft war entscheidend für die Erhaltung eines Reiches, das an Größe alle Staatswesen Mittelamerikas der Zeit vor der Entdeckung durch Kolumbus übertraf. Erst gegen 1320 waren sie im Tal von Mexiko angelangt und hatten Tenochtitlán gegründet. Zusammen mit zwei weiteren Städten bildeten sie einen Bund, der sich schnell alle Nachbarn unterwarf

Die Azteken glaubten, dass nur regelmäßige Opfer den Sonnenaufgang sicherstellten. Für die einzigen Gaben, die das ermöglichen würden, hielten sie die noch zuckenden Herzen von Gefangenen, die von Priestern mit Obsidianmessern aus dem Körper geschnitten wurden. Um die enorme Zahl von 140 Opfern am Tag, 50.000 im Jahr, zu gewährleisten, waren permanente Kriegszüge gegen die Nachbarn nötig. Sie werden als „Blumenkriege“ bezeichnet, denn ihr einziger Zweck war das Sammeln von Gefangenen.

Azteken-Krieger, ARU

Aztekenkrieger


Die aztekischen Krieger trugen stark gepolsterte Koller. Das Gewebe war mit einer Lake gehärtet und bestand aus Baumwoll- und Agavenfasern, sie bedeckten den ganzen Körper oder auch nur den Oberkörper und den Bauch. Diese „Rüstung“ war so dick wie zwei Finger und ausreichend, die Krieger vor Pfeilen und anderen Wurfgeschossen zu schützen.

Dazu kam der runde Schild aus Holz oder geflochtenen Fasern. Manche Schilde waren aus sehr dicker Baumwolle und ließen sich für den Marsch zusammenrollen. Es gab auch prächtige geschmückte Schilde, die mit vielen Federn verziert waren. Für den Krieg putzten sich die Krieger festlich heraus. Sie schmückten sich mit einer kunstvollen Kriegsbemalung und mit vielen schönen Federn. Manche trugen geschnitzte Helme aus Hartholz auf dem Kopf, welche verschiedene Tiere symbolisierten.

Azteken-Krieger, SZB

Aztekenkrieger
Die spanischen Eroberungen unter Hernán Cortés führten zwischen 1519 und 1521 zum Untergang des Aztekenreiches und zur völligen Zerstörung ihrer Hauptstadt Tenochtitlán. Die Stadt war mit ihren über 400.000 Einwohnern eine der größten Ansiedlungen der damaligen bekannten Welt. 

Bei ihren jeweiligen Eroberungen machten sich Cortés und später auch Pizarro die Uneinigkeit und Feindschaften der indigenen Völker untereinander zu Nutze.

Aztekische Bürgerpaare, SZB

Aztekische Bürgerpaare
Die aztekische Gesellschaft kannte vier hauptsächliche Klassen:
Adel, Bauern und Handwerker, Händler und Sklaven.

Die Zugehörigkeit zu einer Klasse war weitgehend von Geburt vorgegeben, wenn auch die Bauern und Handwerker durch herausragende Verdienste im Krieg in einen besonderen, nicht erblichen Adelsrang aufsteigen konnten. So jemand konnte sich dann auch Krieger nennen, allerdings unterschied sich deren Gewand von dem der Soldaten. Somit bestand nur eine geringe soziale Mobilität.



Aztekische Volkstypen, ARU

Aztekische Volkstypen
Die Azteken lebten dort, wo heute Mexiko liegt. Ihre Sprache heißt Nahuatl. In vielen Dingen ähneln die Azteken und ihre Kultur, ihre Religion und ihre Bauten den anderen mesoamerikanischen Völkern, die ihre Blüte vorher hatten: den Olmeken, den Maya, den Zapoteken oder dem Volk, das in Teotihuacán lebte.

Als die Truppen des spanischen Eroberers Hernando Cortés 1519 in Mexiko landeten, haben Schätzungen zufolge rund 25 Millionen Menschen im Aztekenreich gelebt haben. Kaum 80 Jahre später waren es noch rund eine Million. Ursache waren wohl mehrere Epidemien: Bei der ersten Epidemie 1520 handelte es sich um Pocken. Eine Krankheitswelle, die zwischen 1545 und 1550 wütete kostete rund 15 Millionen Menschen das Leben. Ursache war eine Unterart des Salmonellen-Bakteriums, das Fieber, Dehydrierung und Magen-Darm-Infektionen hervorruft. Die bekannteste Form ist Typhus. 

Aztekischer Krieger, ARU, SZB

Aztekenkrieger
Die aztekische Gesellschaft war in Kasten eingeteilt. Ähnlich wie die Priesterkaste genoss die Kriegerkaste hohes Ansehen. Es gab kein stehendes Heer,  alle Azteken im wehrfähigen Alter waren zum Kriegsdienst verpflichtet. Damit standen im Falle eines Krieges immer genug Männer zur Verfügung.

Daneben gab es auch berufsmäßige Krieger, die danach strebten, in der Gesellschaft höher aufzusteigen. Sie erhielten eine militärische Ausbildung und wurden bestimmten Prüfungen unterzogen. Jeder Azteke, egal ob Händler, Handwerker oder Bauer, konnte auf diese Art gesellschaftlich aufsteigen. Wenn sich ein Krieger jedoch einer Verfehlung schuldig gemacht hatte, wurde er auch strenger bestraft als ein Bauer. Für den Krieger gab es meistens die Strafe des persönlichen Opfers für die Götter, während ein Bauer nur seine Freiheit verlor und zum Sklaven gemacht wurde.

Aztken - Krieger der mit den Spaniern verbündeten Tlaxcalteken, SZB, ARU

Azteken - Krieger der mit den Spaniern verbündeten Tlaxcalteken
Die Tlaxcalteken sind ein zur Nahua-Familie gehörender mexikanischer Volksstamm, der im heutigen und nach ihnen benannten Bundesstaat Tlaxcala angesiedelt ist. Dieser Volksstamm wurde niemals von den Azteken besiegt, sie führten mit den Tlaxcalteken die  sogenannten Blumenkriege, die zur Beschaffung von Menschenopfern für die aztekischen Götter dienten.

Während der Eroberung Mexikos durch die Spanier gingen die Tlaxcalteken nach anfänglichem Widerstand ein Bündnis mit Hernán Cortés und seinen Konquistadoren ein. Bei der Eroberung der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán spielten sie eine Schlüsselrolle, da sie die Spanier beim Erreichen des Tals von Mexiko unterstützten und den Hauptteil der Angriffsstreitmacht bildeten.

Aufgrund der Allianz mit der spanischen Krone während der Eroberung Mexikos genossen die Tlaxcalteken unter der spanischen Kolonialherrschaft viele Privilegien gegenüber den anderen indigenen Völkern, wie etwa die Erlaubnis zum Tragen von Waffen, zum Reiten von Pferden, zum Führen von Adelstiteln sowie zu einer weitgehend autonomen Verwaltung ihrer Siedlungen.

Bauern plündern ein Kloster, PFC

Die Zeit der Bauernkriege
Bauernkrieg - Stadtplatz
Der Bauernkrieg von 1524 bis 1526 war nicht plötzlich über die deutschen Territorien hereingebrochen. Vielmehr gehört er in eine lange Reihe von europäischen Aufständen und Widerstandsaktionen, die sich vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit zieht.

Schon im 13. und 14. Jahrhundert waren Bauern in vielen Teilen Europas  aufgestanden. Der „Bundschuh“ - die Vereinigungen der Bauern - wurde an vielen Orten gebildet.  Es gab auch zahlreiche Bürgererhebungen, vor allem in südwestdeutschen Städten zwischen 1509 und 1514, sie  waren zumeist von den ärmeren und unterprivilegierten Schichten getragen und gegen die ökonomischen und politischen Privilegien der Patrizier und des Klerus gerichtet. 

Die Aufstände wurden 1525 von den Heeren des Adels niedergeschlagen, die gefangenen Bauern gefoltert, verurteilt und hingerichtet.

Bergbau um 1500, JMM

Handwerk -Bergleute um 1500
Die Anfänge des Bergbaus in Deutschland lassen sich zeitlich nur schlecht eingrenzen, belegt ist Erzbergbau seit der Hallstatt- und der Latènezeit, also ab dem 8. Jahrhundert v. Chr.

Schwerpunkt des frühmittelalterlichen europäischen Bergbaus bildete der Metallerzbergbau im Harz, einem der frühesten Bergbaureviere. Im 10. und 11 Jahrhundert, zur Zeit der Ottonen und Salier entwickelte sich der Harz und seine Umgebung zum ersten Zentrum der Silbergewinnung und zu einem politischen Zentrum im Heiligen Römischen Reich. Der Höhepunkt der mittelalterlichen Wirtschaft und des Bergbaus liegt im 12./13. Jahrhundert. Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert steigt der Metallbedarf wie auch die Erzförderung und Metallproduktion in den europäischen Bergbaurevieren an.

Neben den mitteldeutschen Zentren für die Silber- und Kupfergewinnung entstehen weitere bedeutende Bergbaureviere in der Slowakei (Neusohl), Tirol (Schwaz) und Falun (Schweden), die in den folgenden Jahrhunderten untereinander konkurrieren.

Berühmte Heerführer, JJM

Condottiere IV. Francesco Sforza und Alberto Aringhieri
Renaissance - Berühmte Heerführer (Condottiere) Francesco Sforza, Alberto Aringhieri
Ludovico Maria Sforza war um 1500 Herzog von Mailand und berühmt als Förderer Leonardo da Vincis und anderer Künstler. Er verlor das Herzogtum 1500 an die Franzosen und starb als deren Gefangener. Sein Beiname il Moro wird häufig als „der Dunkle“ übersetzt und auf seine angebliche besonders dunkle Haut- beziehungsweise Haarfarbe bezogen. 

Ikonographisches Vorbild für diese Statue war das lebensgroße Reiterstandbild des Marc Aurel, heute auf dem Kapitolsplatz in Rom. Mit der imperialen Pose seines Reiters, gilt es als Inbegriff für die Stärke, die Macht und die Fähigkeit des dargestellten Reiters, einen Staat zu leiten. Vorbildlich für die Künstler ist die Virtuosität der Kunst der Antike in der Erfassung und Darstellung der Natur von Mensch und Tier. 
 
Alberto Aringhieri war ein italienischer Politiker und Diplomat für Siena.  Albertos genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Eine Urkunde lässt auf November 1447 schließen. Details über seine Kindheit sind nicht bekannt. In der Annahme, dass die gesamte Familie an den diplomatischen Reisen des Vaters, die sehr gut dokumentiert sind, teilgenommen hat, muss er seine Kindheit in Venedig und seine Jugend in Rom verbracht haben.

1468 begann seine zivile Karriere mit einer sechsmonatigen Amtszeit im Vorstand der Sieneser Mercanzia. Am 30. Juni 1506 musste er aus Angst, dass er von Sienas Despoten Pandolfo Petrucci ermordet werden könnte, aus Siena fliehen. Aringhieres späterer Aufenthaltsort, Aktivitäten und Todesdatum sind unbekannt.

Bierbrauer, JMM

zum Reinheitsgebot
Reinheitgebot - vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. im April 1516 erlassen
Brauordnungen waren im Mittelalter weit verbreitet und wurden von Stadträten, Zünften oder Landesherren erlassen. Viele sind heute nicht mehr erhalten. Solche Dokumente enthalten Regeln, die aus heutiger Sicht im Sinne des Reinheitsgebots interpretiert werden. Die meisten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Brauordnungen jedoch entsprachen nicht der heutigen Vorstellung des Reinheitsgebots.

1363 wurde in München 12 Stadträten die Bieraufsicht übertragen, und 1447 wurde vom Stadtrat verordnet, dass die Brauer der Stadt allein Gerste, Hopfen und Wasser zur Bierherstellung verwenden dürfen, also dieselben Inhaltsstoffe, die später auch in der bayerischen Landesordnung von 1516 erwähnt werden. Am 30. November 1487 erließ dann Herzog Albrecht IV. eine Norm gleichen Inhalts zunächst für München, die später auf Oberbayern ausgedehnt wurde.

Neben Preisfestsetzung und Festlegung der erlaubten Zutaten enthielt das Gesetz auch die Verordnung, dass das Bier beschaut werden musste. Dieser Erlass Albrechts wurde später, ab den 1980er-Jahren, von den Münchner Brauereien als „Münchner Reinheitsgebot“ bezeichnet.

Buchdruckerei, RBE

Johannes Gutenberg
Handwerk - Buchdruckerei  zur Zeit von Johannes Gutenberg
Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse. Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion und löste in Europa eine Medienrevolution aus.

Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance  betrachtet. Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, zwischen 1452 und 1454 entstanden, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt. 

Zu Gutenbergs zahlreichen Beiträgen zur Buchdruckerkunst gehören neben der Verwendung beweglicher Lettern und eines Handgießinstruments auch die Entwicklung einer besonders praktikablen Legierung aus Zinn, Blei und Antimon und einer ölhaltigen schwarzen Druckfarbe. Zudem entwickelte er die Druckerpresse. Das besondere Verdienst Gutenbergs liegt darin, alle Komponenten zu einem effizienten Produktionsprozess zusammengeführt zu haben, der erstmals die manufakturmäßige Herstellung von Büchern mit identischem Text ermöglichte.

Christoph Kolumbus - Landung auf der Insel Guanahani, MVL

Landung der "weißen Götter" am 12. Oktober 1492
Seefahrt -Landung der weißen Götter. Kolumbus landete am 12. Oktober 1492 auf der Insel Guanahani und nennt sie San Salvador
Auf seinen Entdeckungsreisen zwischen 1492 und 1504 steuerte Kolumbus vor allem die Großen Antillen an, darunter bei allen vier Reisen Hispaniola, heute Haiti und Dominikanische Republik. Dort gründete er die erste Kolonien.

Erst auf seiner vierten Reise betrat er im heutigen Honduras das amerikanische Festland. Kolumbus hatte nicht bemerkt, dass es sich um einen bis dahin unbekannten Kontinent handelte. Diese Auffassung vertrat erst Amerigo Vespucci, nach dem die Neue Welt schließlich Amerika genannt wurde.

Condottiere Sigismondo Malatesta, BSL

Renaissance - Condottiere Sigismondo Malatesta (1416 - 1468)
Sigismondo Malatesta, genannt der Wolf von Rimini (1417-1468) war ein italienischer Condottiere (Söldnerführer) und Adliger aus der Familie Malatesta. Die Malatesta hatten um 1300 die Herrschaft in Rimini an sich gerissen und Pesaro (1320), Fossombrone (1333), Fano (1334) und zeitweise Ascoli und Ancona (1348) an sich gebracht. Sie regierten diese Städte als Vikare des Papstes.

Durch die Propaganda seiner Gegner, insbesondere durch Papst Pius II. wurde Sigismondo Malatesta zum Inbegriff des gottlosen und verderbten Renaissancefürsten. Sicherlich hatte Sigismondo einen schwierigen und gewaltsamen Charakter, aber seine Missetaten waren wohl nicht schlimmer als die seiner Zeitgenossen. Es war eher sein – politisch ungeschickter – streitsüchtiger und unbeherrschter Regierungsstil, der ihn am Ende von allen Mächten isolierte.

Das Frohnauer Hammerwerk, ZFL

Handwerk - Fronauer Hammerwerk
Der Frohnauer Hammer geht auf eine im 15. Jahrhundert erwähnte Getreidemühle mit vier Mahlgängen zurück. Am 28. Oktober 1491 entdeckte Caspar Nietzel am Schreckenberg unweit der Mühle das Annaberger Silber. Seit diesem Jahr wurde im Garten der Mühle Berggericht abgehalten.  Namhaftester Vertreter der in Frohnau tagenden Gründungskommission war Ulrich Rülein von Calw, der Baumeister Annabergs.

1498 erhielt die junge Bergstadt das Münzrecht. Um 1590 kam die Mühle zum Stillstand und verfiel. Ab 1611 wurde sie als Ölmühle (Verwertung von Flachs) mit angegliederter Scherenschleiferei genutzt.

Das goldene Zeltlager, SZB

Landsknechte . Das goldene Zeltlager
Das Goldene Zeltlager ("Camp du Drap d'Or") bezeichnet ein Königstreffen zwischen Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England. Es fand 1520 in der Nähe von Calais statt. Übrigens auf englischem Boden, wenn auch grenznah  - kleine Teile des Festlandes gehörten damals nämlich zu England.

Die Zusammenkunft sollte der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Frankreich dienen. Es wurde aber vor allem ein Treffen der Zuschaustellung von Prunk. Da sich die beiden Regenten bzw. ihre Mitstreiter offenbar nachhaltig beeindrucken wollten, wurde das "Zeltlager" mit allem nur erdenklichen Pomp ausgestattet. So entstand vor Ort unter anderem eine Art künstlicher Palast mit Innenhof und allem drum und dran. Auch die Gefolge der beiden Könige waren gigantisch. Und berühmt wurden auch die zahlreichen goldbestickten Kostüme, die man eigens für dieses Ereignis hatte anfertigen lassen.

Die Spanische Eroberung von Mittel- und Südamerika

Der aztekische Herrscher Moctezuma I. empfängt Hernan Cortés in seinem Palast in Tenochtitlan
Azteken - Der aztekische Herrscher Moctezuma I. empfängt Hernán Cortés in seinem Palast in Tenochtitlan
Die frühen spanischen Entdecker waren von ihren Eindrücken in der "neuen Welt" überwältigt und fasziniert. Die ersten Kolonialisierungen liefen noch verhältnismäßig friedlich ab. Mit der Zunahme der Besiedlung und durch die begrenzten Ressourcen auf den karibischen Inseln schlug das Verhalten der spanischen Siedler (Hidalgos) allmählich in Unterdrückung und Vernichtung der Ureinwohner um; es musste dringend neues Siedlungsland gefunden werden.

Mit Hernan Cortés begann 1519 in Mexiko und 1533 mit Francisco Pizarro in Peru ein neues Kapitel in der Eroberung von MIttel- und Südamerika. Mexiko und Peru wurden mit ihrem Reichtum an Gold und Silber zur Schatzkammer Spaniens. 



Dr. Faust und der Teufel, GMB

Reformation - Dr. Faust und der Teufel
Faust. Eine Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe gilt als das bedeutendste Werk der deutschen Literatur. 1808 veröffentlicht, greift die Tragödie die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf.

Szene im Bild:
Faust übersetzt den Anfang des Johannesevangeliums. Um den Sinn des griechischen Wortes logos zu erfassen, zieht er die Übersetzungen Wort, Sinn und Kraft in Erwägung und entscheidet sich dann für Tat: Im Anfang war die Tat. Unterdessen wird der ihm zugelaufene Pudel unruhig. Von Faust zur Rede gestellt und mit Zaubersprüchen beschworen, entpuppt sich das Tier schließlich als der Teufel Mephisto. 

Im sogenannten Teufelspakt verpflichtet sich Mephisto, Faust im Diesseits zu dienen und alle Wünsche zu erfüllen. Im Gegenzug ist Faust bereit, dem Teufel seine Seele zu überantworten, falls es ihm gelinge, ihm Erfüllung und Lebensglück zu verschaffen. Mephisto schaffte es und ist sich seiner Seele sicher. Doch bei Fausts Tod entreißen ihm himmlische Heerscharen seine Seele indem sie Rosen streuen und ihm damit den Zugriff auf Fausts Unsterbliches versperren.

Druckerei in Saint-Dié, RPU

Druck der ersten Weltkarte, in der Amerika bezeichnet ist
Seefahrt - Druckerei in Saint Dié - hier wurde die erste Weltkarte mit dem Namen "Amerika" gedruckt
Im Jahr 1507 wurde in Sankt Didel von Martin Waldseemüller eine Landkarte veröffentlicht, in der der neuentdeckte Erdteil Amerika erstmals so benannt wurde – nach Amérigo Vespucci, dem Waldseemüller bzw. Matthias Ringmann die Entdeckung zuschrieb.

Nach seinem Studium reisten Waldseemüller und Ringmann gemeinsam in den Ort St. Didel = Saint-Dié-des-Vosges auf der Westseite der Vogesen im Herzogtum Lothringen. Das dortige Kloster hatte sich im Mittelalter zu einem Zentrum der humanistischen Bewegung entwickelt. Waldseemüller schloss sich einem kleinen Kreis von Gelehrten an, der sich selbst als Gymnasium Vosagense bezeichnete. Der Freiburger lehrte dort als Professor für Kosmologie, arbeitete jedoch gleichzeitig zusammen mit Ringmann, der Professor für Latein war, als Kartograf.

1520 starb Martin Waldseemüller in Sankt Didel / Saint-Dié-des-Vosges.

Franz I. und seine Ehefrau Claude, SCM

Renaissance - Franz I und Claude
Franz I. auch der Ritterkönig genannt, war französischer König aus dem Haus Valois-Angoulême, einer Nebenlinie des Hauses Valois. Er wurde am 25. Januar 1515 in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gesalbt und regierte das Land bis zu seinem Tod 1547.

Innenpolitisch legte die Regierungszeit des Königs das Fundament für die absolute Monarchie und die Hugenottenkriege. Außenpolitisch kämpfte Franz in den Italienischen Kriegen gegen den Habsburges Karl V. Um Franz' Thronanspruch zu festigen, verheiratete ihn seine Mutter mit der älteren Tochter Ludwigs XII., Claude. 

Franz I. galt als bedeutender Renaissancefürst, der Künste und Wissenschaften großzügig förderte. 

Gerberei um 1500, RBE

Handwerksdarstellung
Handwerk - Gerberei -- die unterschiedlichen Arbeitsschritte
Im Mittelalter war Leder ein bevorzugtes Material. In Europa entstanden Lederwerkstätten bei Klöstern und in Städten. Die Gerbereien erreichten oft eindrucksvolle Größen. Allerdings mussten sich ihre Betreiber in den Städten in eigene Viertel zurückziehen: Die Herstellung von Leder war ein schmutziges und buchstäblich anrüchiges Gewerbe, daher war die Gerberei eine gesellschaftlich nicht sehr anerkannte und gefährliche Arbeit.

Der Umgang mit der faulenden Haut und den (giftigen) Chemikalien setzte extremen Gestank frei, außerdem konnte man sich leicht mit Milzbrand und anderen Krankheiten infizieren. Ein Arbeiter, der Milzbrand überlebt hatte, war sehr wertvoll und genoss eine bessere Behandlung durch seinen Arbeitgeber.

Die Gerber (auch Lohgerber, Löher, Loher) gehörten zu den unreinen Handwerken. In manchen Städten erinnert eine Löhergasse oder eine Lohgerberstraße an ihr Handwerk. Ab dem 14. Jahrhundert trennten sich die Bereiche Lederherstellung (Gerberei) und Lederverarbeitung. In weiterer Folge wurde die Gerberei in Bereiche Rotgerber, Corduaner (Vegetabilgerbung), Weißgerber (Gerbung mit Aluminiumsalzen), Sämischgerber (Gerbung mit Fett) und Pelzzurichter unterteilt.

Geschützgespann, ARU

Geschütz mit Ochsen als Zugtiere
Osmanen - Geschützgespann
In Europa traten Feuerwaffen erstmals während der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert auf. Das Konzept der mit Schwarzpulver betriebenen Pfeilbüchse kam über die offenen Handelswege Arabiens nach Europa. Sicher belegt sind Feuerwaffen 1326 in Italien in Dokumenten der Republik Florenz, wo von eisernen Geschossen oder Kugeln und Kanonen aus Metall die Rede ist; später sind sie dann in Süddeutschland nachweisbar. Kurze Zeit später kamen Feuerwaffen praktisch in ganz Europa vor, sodass man hier von einem ersten Wettrüsten reden kann.

Die ersten großen Geschütze waren sehr schwer und konnten nur mit Hilfe von Zugtieren transportiert werden.

Glashütte um 1500, JMM

Handwerk - Glashütte um 1500  - die einzelnen Arbeitsschritte
Die älteste bekannte Glashütte stammt aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert und wurde in Qantir-Piramesses, Ägypten gefunden.
In Europa fanden die Glasherstellung und die Glasverarbeitung bis ins 11. Jahrhundert in separaten Werkstätten statt.

Im Mittelalter entstanden nördlich der Alpen in stark bewaldeten Gebieten, vor allem im  Böhmerwald, sogenannte Waldglashütten. Sie dienten der Gewinnung von Pottasche in Aschenhäusern, die für die Glasherstellung  benötigte wurde; zur Befeuerung der Schmelzöfen verbrauchten sie große Mengen an Brennholz , weshalb sie entsprechend dem Holzangebot öfter mal ihren Standort wechselten.

Eine Glashütte besteht aus Lagern für die Rohstoffe: Quarzsand, Soda, Pottasche, Manganoxid und Metalloxid, einem sogenannten Gemengebunker zum Mischen dieser Rohstoffe nach genauen individuellen Rezepten. Dazu kommen Ofenanlagen zum Schmelzen des Gemenges, Verarbeitungsstätten, Kühlöfen zum langsamen kontrollierten Abkühlen der Werkstücke zur Vermeidung von Spannungsrissen, und sonstigen Hilfseinrichtungen für die Produktion sowie Lagerstätten für Fertigwaren.

Heinrich VIII und seine Ehefrauen, SZB

Renaissance - Heinrich VIII. von England
König Heinrich VIII. von England: Als junger König von allen geliebt und verehrt, am Ende seines Lebens verachtet und gehasst. Er hat die Geschichte von England geprägt wie kaum ein andere König und wie kein anderer ist er noch heute tief im Bewusstsein seines Volkes verankert.

Beim Namen Heinrich VIII. setzen sofort Assoziationen ein: sechs Ehefrauen, von denen er zwei hinrichten ließ,  Reformation und Klosterschließungen, grausame Katholikenverfolgungen und Wahnsinn, vor dem ihn ein Leben in Pracht und Herrlichkeit nicht schützen konnte.

Seine Thronbesteigung war die erste seit beinahe 100 Jahren, die friedlich vonstatten ging, viele sahen ein neues goldenes Zeitalter eingeläutet. Im Gegensatz zu seinem Vater, der sich durch seine Finanzpolitik in den letzten Jahren unbeliebt gemacht hatte, war der junge, gutaussehende Heinrich äußerst populär. Als ihm der Papst die Scheidung von seiner ersten Frau verweigerte, trennte sich Heinrich von Rom und gründete in England seine eigene Kirche - die anglikanische Staatskirche. 

Heinrichs sechs Frauen: 
Katharina von Aragon - starb an Krebs 
Anne Boleyn -  wurde hingerichtet
Jane Seymour - starb kurz nach der Geburt von Sohn Eduard 
Anna von Kleve - die Ehe wurde geschieden 
Catherine Howard -  verurteilt wegen Ehebruch und enthauptet
Catherine Parr - sie überlebte den König, allerdings nur um eineinhalb Jahre 

Hexenverfolgung I, GMB

Die Entsagung des Teufels nach dem Geständnis
Hexenverfolgung - Entsagung der Teufels
Über viele Jahrhundert wurden Tausende vermeintliche Hexen und Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gründe für diesen Hexenwahn sind vielfältig. Erst ab 1409 kam die Vorstellung auf, dass Hexen einen Bund mit dem Teufel eingegangen seien und mit ihrer Zauberkraft Volk und Kirche schaden würden.

Beschuldigt werden konnte jeder: Frauen wie Männer, Alte wie Junge, Schöne wie Hässliche. Aussehen war kein wichtiges Kriterium. Zwar galten rote Haare, grüne Augen, Sommersprossen und blasse Haut als bedenklich, viel verdächtiger machten einen aber Flüche, Drohungen und ähnliches.

Wenn man eine mutmaßliche Hexe gefangen hatte, so brauchte man zunächst einmal ihr Geständnis. Daran konnte übrigens auch eine Hexenprobe nichts ändern. Ein Recht auf einen normalen Prozess, wie ihn heute jeder Tatverdächtige bekommt, hatte eine Hexe hingegen nicht. Normalerweise gestand sie erst während der Folter - gezwungener Maßen. Darauf folgte dann ein öffentlicher und qualvoller Tod, meistens auf dem Scheiterhaufen.


Hexenverfolgung II, GMB

Verhaftung und Anklage
Hexenverfolgung  - Hexen Verhaftung und Anklage
Im Mittelalter begann eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte: die Zeit der Hexenverfolgung. Niemand war sicher, jeder konnte in den Verdacht geraten, mit dem Teufel im Bunde zu stehen und nachts auf Besen zu fliegen. Zehntausende kamen wegen Zauberei vor Gericht und wurden zum Tode verurteilt. 

Viele Gelehrte und auch Kirchenmänner bestärkten die Menschen in ihrem Irrglauben. Sonntags predigten die Priester von ihren Kanzeln, dass sich die Gläubigen vor Hexen schützen müssten! Wer immer eine verdächtige Beobachtung mache, sollte dies melden. Der Papst gab sogar einen Erlass heraus, nach dem Teufelsanhänger verbrannt werden sollten. 

Hexenverfolgung, GMB

Das peinliche Verhör unter Folter
Hexenverfolgung - Das peinliche Verhör
Der Glaube an Wesen, die wir heute als Hexen bezeichnen und die mit ihrem Zauber Schaden anrichten können, zieht sich durch alle Kulturkreise und Zeiten hindurch. Mit dem Erstarken der christlichen Religion im 4. Jahrhundert nach Christus wird auf jede Art der Zauberei die Todesstrafe verhängt. Ab dem 13. Jahrhundert wird von der Kirche ein noch schärferer Ton gegenüber vermeintlichen Hexen angeschlagen. Thomas von Aquin (um 1225-1274), einer der bedeutendsten Kirchentheoretiker des Mittelalters, geht in seinen Schriften davon aus, dass Hexentaten mit Hilfe des Teufels tatsächlich ausgeführt werden können.

Die katholische Kirche sieht sich zum Handeln gezwungen. Da scheinbar immer mehr Menschen der Magie verfallen, definiert sie auf dem Konzil in Basel (1431-1449) den Hexenglauben neu. Von der römischen Kurie werden Inquisitoren ernannt, die in den Bistümern umherwandern, um gezielt Hexenverfolgungen zu organisieren. Meist sind es Frauen, die unter Folter zu bestimmten Aussagen gezwungen und in Folge dessen hingerichtet / verbrannt werden. 

Hieronymus Savonarola, ASBK

Italienischer Dominikaner, Bußprediger und Kirchenreformator
Reformation - Hieronymus Savonarola, italienischer Dominikaner, Bußprediger und Kirchenreformator
Um 1480 war Florenz die reichste und fortschrittlichste Stadt Europas. Bis der fanatische Mönch Savonarola die Macht ergriff und einen Kreuzzug gegen Luxus, Schwule und die Kunst eröffnete. Seit 1482 predigte er in Florenz und prangerte die Übelstände in Staat und Kirche an. Bald griff er auch den Stadtherren Lorenzo an. 1491 wurde Savonarola als Prior in das städtische Kloster San Marco berufen.

1492 starb Lorenzo, sein Nachfolger, Piero de Medici, musisch hochbegabt stand nach nur zwei Jahren vor einem Scherbenhaufen. Es folgten Ereignisse, die die Bevölkerung der lebenslustigen Stadt am Arno für Jahrzehnte traumatisieren sollten: die Schreckensherrschaft des Girolamo Savonarola.

Papst Alexander VI. duldete das Treiben Savonarolas mit erstaunlicher Langmut, erteilte ihm aber schließlich Predigtverbot, an das er sich nicht hielt. Das Volk wollte aber seine Predigten nicht mehr hören; Savonarola wurde 1497 schließlich exkommuniziert. Als eine Pestepidemie ausbrach, sah man darin ein Zeichen für Gottes Zorn. Am 8. April 1498 stürmte eine Menschenmenge das Kloster San Marco. Savonarola wurde verhaftet und vom Stadtrat zum Tode verurteilt. Vorher hatte er sich auch unter der Folter nicht von seinen Handlungen distanziert. Girolamo Savonarola wurde am 23. Mai 1498 erst gehenkt und dann verbrannt.

Höfische Szene, SMK

Vor einem italienischen Palast zur Zeit der Renaissance
Renaissance- Italienischer Palast
Der Renaissancestil betont die Symmetrie, die Proportion, die Geometrie und die Anordnung der Bauteile, wie sie in der Architektur des Alten Roms in vielen erhaltenen Bauwerken zu sehen war. Die nach festgelegten Regeln erfolgte Anordnung der Säulen, Pilaster und Lisenen, der Bau von Bögen, Kuppeln, Nischen, auch als Wandnische (Ädikula), ersetzten die komplexen Proportionssysteme und unregelmäßigen Profile gotischer Bauteile und Bauwerke.

Hofszene, RPU

Anne de Bretagne
Anne der Bretagne wird von Antoine Dufour ein Buch überreicht
Anne de Bretagne, war zwischen 1489 und 1491 und von 1498 bis zu ihrem Tod Herzogin der Bretagne. Sie war durch ihre Ehen auch Erzherzogin von Österreich, Königin von Frankreich, Königin von Sizilien und Jerusalem und erneut Königin von Frankreich und Herzogin von Mailand. 

Sie war die älteste Tochter von Herzog Franz II. de Bretagne (+ 1489) und wurde bereits mit 12 Jahren dessen Nachfolgerin. Die Bretagne war ein selbständiges Herzogtum und suchte Verbündete gegen Frankreich. Eine Verbindung Annes mit England scheiterte daran, dass der potentielle Ehemann vorzeitig verstarb. Im Dezember 1490 schloss sie die Ehe mit dem damaligen römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. Diese Ehe wurde nie vollzogen und sofort  auch von Frankreich angefochten. Daraufhin heiratete sie den französischen König Karl VIII., der allerdings bei einem Sturz auf Schloss Ambois sehr frühe verstarb. Da die Ehe kinderlos war, fiel das Erbe an Ludwig von Orleans. Um Burgund nicht zu verlieren heiratet  er als Ludwig XII. die Witwe Anne.  





Im Park der Familie Borgia

Renaissance - Park der Familie Borgia
Die Borgia - eine aus Spanien stammende Adelsfamilie, aus  ihr gingen zwei Päpste hervor, ihr Name wurde zum Inbegriff des Nepotismus  im päpstlichen Adel.

Die Familie kam zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Italien zu Macht und Reichtum, die ihren Höhepunkt in den beiden Päpsten aus der Familie fand, Kalixt III. (1455–1458) und Alexander VI. (1492–1503). Der von Machiavelli beschriebene Cesare Borgia und Lucrezia Borgia, außereheliche Kinder des letzteren Papstes, sind zwei weitere bekannte Mitglieder der Familie. Mit dem Tod Alexanders VI. 1503 brach die Macht der Borgia im Kirchenstaat zusammen. Giambattista Pamfili, ein Nachkomme von Alexanders Tochter Isabella, wurde 1644 als Innozenz X. Papst.

Indien - Babur, der Mogulherrscher auf Nashornjagd, WWE

Indien - Der Mogulherrscher Babur auf Nashornjagd
Das Mogulreich war ein von 1526 bis 1858 auf dem Indischen Subkontinent bestehender Staat. Das Kernland des Reiches lag in der nordindischen Indus-Ganges-Ebene um die Städte Delhi, Agra und Lahore. Auf dem Höhepunkt seiner Macht im 17. Jahrhundert umfasste das Mogulreich fast den gesamten Subkontinent und Teile des heutigen Afghanistan. Auf 3,2 Millionen Quadratkilometern lebten zwischen 100 und 150 Millonen Menschen. Die muslimischen Herrscher werden heute im Deutschen als Mogul, Großmogul oder Mogulkaiser bezeichnet.

Gegründet wurde es von Babur, einem Nachfahren des legendären Timur, der 1526 den Sultan von Delhi besiegte. In Vorbereitung seines Indien-Feldzuges führte Babur nach osmanischem Vorbild Kanonen und Gewehre ein, die bis dahin in Nordindien noch nie in einer Feldschlacht zum Einsatz gekommen waren. Am 20. April 1526 kam es bei Panipat zum entscheidenden Zusammenstoß mit der zahlenmäßig deutlich überlegeneren Armee des Sultans Ibrahim. Nach der Besetzung von Delhi rief er sich zum Kaiser von Hindustan aus und begründete somit das Mogulreich. 

Indien - Mogulprinz auf Falkenjagd, SZB

Indien - Mogulprinzessin auf Falkenjagd
Mit dem Sieg von Babur über die Rajputen-Konföderation 1527 war dessen Macht am Hindustan einigermaßen gesichert. Baburs Sohn Humayun erbte 1530 ein innerlich wenig gefestigtes Reich, das vom Hindukusch bis Bihar reichte. Die Zeit Humayuns war durch Rückschläge geprägt, welche dem Kaiser zeitweilig die Kontrolle über sein Reich entzogen und die Herrschaft der Moguln in Indien nach nicht einmal 15 Jahren beinahe beendet hätten. Nach timuridischer Tradition besaßen alle rechtmäßigen Söhne eines Herrschers Anspruch auf die Thronfolge. +

Humayun, der als nachgiebig und abergläubisch, bisweilen gar kindisch galt, sah sich daher in Auseinandersetzungen mit seinen Halbbrüdern verwickelt. Dazu traten äußere Bedrohungen. Humayun, der sich bevorzugt der Planung einer neuen Hauptstadt widmete, entschied sich erst 1535 zu einem Feldzug gegen Gujarat, der zunächst erfolgreich verlief. Der Ausbruch der Rebellion Sher Khans in Bihar zwang ihn zur Rückkehr nach Agra und zur Aufgabe der eroberten Gebiete. Bei Chausa östlich von Varanasi unterlag Humayun 1539 seinem Gegner Sher Shah. Humayun wäre dabei beinahe selbst umgekommen, hätte ihm nicht ein Diener das Leben gerettet.

Die Schlacht bei Kannauj im Jahre 1540 besiegelte den Verlust Hindustans. Humayun floh ins Exil nach Persien und konnte mit Hilfe einer persischen Armee 1545 Kabul wiedergewinnen; etwas später konnte er nach Indien zurück. Aufbauend auf den Reformen Sher Shahs plante Humayun die Errichtung eines neuen Verwaltungssystems. Sein plötzlicher Tod 1556 verhinderte dieses Vorhaben.

Indien - Mogulprinzessin auf Reisen, HBD

Indien - Moguolprinzessin auf Reisen
Trotz der politischen Instabilität war Indien für die Europäer der Inbegriff des unermesslich reichen Orients, obwohl Indien selbst arm an Silber- und Goldvorkommen war und sich über den Handel die Zuführ an Edelmetallen sichern musste. Zeitweise kamen zwei Drittel der weltweiten Seidenproduktion aus dem Mogulreich, ebenso wir Gewürze, Rohrzucker, Elfenbein, Tee, Opium sowie die Farbstoffe Ultramarin, Indigo und Indischgelb. 

Das geografische Verbreitungsgebiet der großen Religionen Islam und Hinduismus in Indie zu Beginn der Mogulzeit entsprach im Wesentlichen der heutigen Situation. Im Nordwesten (heute Pakistan und Afghanistan) hatte sich der Islam als führende Glaubensrichtung etabliert. Im Zentrum stellen Muslime lediglich eine zahlenmäßig geringe städtische Elite, während Land- und ein größerer Zeil der einfachen Stadtbevölkerung fast ausschließlich Hindus waren. das östliche Bengalen (heute Bangladesch) wurde während der Mogulzeit  sukzessive islamisiert. Im mittleren und südlichen Indien dominierte der Hinduismus.

Indigen Ureinwohner in der Karibik, GMB

Seefahrt - Ureinwohner in der Karibik
Die Bezeichnung Kariben wird aber auch für das Volk verwendet, das die Spanier auf den ersten Entdeckungsreisen auf den Kleinen Antillen angetroffen hatten, die Insel-Kariben oder Kalinago. Diese sprachen eine gänzlich andere Sprache, die, wie die Sprache der Taíno, zur Arawak-Sprachfamilie gehört. Sie waren das Ergebnis einer Vermischung von Arawaks und von Kariben, die vom Festland auf die Inseln vorgedrungen waren.

Von den Insel-Kariben leben heute etwa 3.500 auf der Karibikinsel Dominica, wo 1903 von den Briten ein Reservat eingerichtet wurde. Ihre Sprache starb um 1920 aus. Auf St. Vincent leben Nachfahren der Kalinago, die sich als Kalinago Tribe verstehen. 

Indigene Ureinwohner, SZB

Ureinwohner auf den karibischen Inseln zur Zeit ihrer Entdeckung
Seefahrt - indigene Ureinwohner auf der karibischen Insel zur Zeit ihrer Entdeckung
Die indigenen Völker Mittelamerikas und der Karibik sind Völker, die bereits vor der Kolonialisierung des Landes dort gelebt haben und daher als Nachfahren der Urbevölkerung dieser Region gesehen werden.

Humboldt beschreibt, dass Kolumbus die Furcht vor den Kariben mit dem angeblichen weitverbreiteten Kannibalismus bei den Indigenen Südamerikas begründete. Er wollte, dass auch die Kariben beim Papst als gottlose Untermenschen eingestuft werden, damit er eine Erlaubnis für ihre Versklavung bekam. Ob die Kariben allerdings tatsächlich anthropophage Praktiken ausübten, ist umstritten

Jakob Fugger und Ehefrau Sibylla, SZB

Handel - Jakob und Sibylla Fugger
Nach 1487 bestimmte Jakob Fugger die Geschäftspolitik des Handelshauses und entwickelte es in etwas mehr als einem Jahrzehnt von einem konventionellen Handelsunternehmen zu einem europaweit agierenden Konzern, mit Schwerpunkten im Montan- und Banksektor. Das Unternehmen nahm zeitweilig eine monopolartige Stellung auf dem europäischen Kupfermarkt ein. Kupfer aus Oberungarn, heutige Slowakei, wurde über Antwerpen nach Lissabon und von dort weiter nach Indien verschifft.

Mit seiner Unterstützung für das Haus Habsburg beeinflusste der Augsburger Bankier die europäische Politik. Er finanzierte den Aufstieg Maximilians I. zum deutschen Kaiser und die Wahl von dessen Enkel, des spanischen Königs Karl, zum römisch-deutschen König. 

1498 heiratete der fast 40-jährige Jakob Fugger Sibylla Artzt, die 18-jährige Tochter eines angesehenen Augsburger Bürgers. Durch diese Hochzeit erhielt Jakob Fugger wie schon seine Brüder Ulrich und Georg Zugang zur vornehmen Augsburger Herrentrinkstube. Jakob Fugger verbrachte viel Zeit in seinem Kontor sowie auf Geschäftsreisen und wenig Zeit mit seiner Frau. Die Ehe der beiden blieb kinderlos. Nach Jakob Fuggers Tod am 30. Dezember 1525 heiratete die Witwe Sybille Fugger gegen alle Konventionen nur sieben Wochen später Konrad Rehlinger d. Ä., der ein Geschäftsfreund ihres Mannes gewesen war, und trat zum protestantischen Glauben über.

Janitscharen, ARU

Gruppe von Kriegern
Osmanen  - Janitscharen
Die Janitscharen waren im Osmanischen Reich die Elitetruppe der Armee. Sie stellten die Leibwache des Sultans und erreichten höchste Positionen im osmanischen Staatswesen. Die Truppen hatten ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und wurden 1826 aufgelöst.

Das Osmanische Reich war das Reich der Dynastie der Osmanen von ca. 1299 bis 1922. In Westeuropa wurde das Land ab dem 12. Jahrhundert auch als „Turchia“  - „Türkei“ oder Türkisches Reich bezeichnet.

Japan - Belagerungsgeschütz, WDF

Japan - Belagerungsgeschütz
In die Zeit  um 1500  - blutige und ereignisreiche Zeiten - fällt in Japan die Ankunft der Portugiesen. Sie brachten die ersten Feuerwaffen mit und versuchten eine christliche Missionierung Japans. Die beiden Hauptreligionen dort, der Shintoismus und der Buddhismus, behaupteten sich dagegen und schließlich wurde das Christentum verboten und die Gläubigen verfolgt. 

Die Feuerwaffen, die keine große technische Weiterentwicklung erfuhren, aber in großen Stückzahlen nachgebaut wurden, sollten erst wenige Jahrzehnte später bedeutsam werden, sie revolutionierten die Kriegsführung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Japan - Daimyo Kato Kiomasa, BCS

Japan - Daimyo Kato Kiomasa
Daimyō , im Deutschen häufig auch als Fürst bezeichnet, waren lokale Herrscher im feudalen Japan. Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Wort nach und nach eine Bezeichnung für eine Position innerhalb der Samurai. 

Die Daimyō waren vor allem Mitglieder des Schwertadels und unterstanden formal dem Shōgunat. Sie hatten ihrerseits Samurai als Vasallen, die sie aus dem Einkommen ihres Lehens zu bezahlen hatten. Da die Zentralmacht über weite Strecken der Muromachi-Zeit ihre Gewalt nicht durchsetzen konnte, konnten viele Daimyō ihre Lehen tatsächlich völlig unabhängig regieren.

Japan - Der Teemeister, WDF

Japan - Der Teemeister
Trotz aller Unruhen und Gewalt jener Periode kam es auch zur Herausbildung von Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen Regionen, was insofern wichtig war, als die gebirgigen Regionen von den Ebenen aus versorgt werden mussten, wo sich die landwirtschaftliche Produktion konzentrierte. Handel mit dem überseeischen Ausland gab es nur in relativ geringem Umfang. 

Die japanische Teezeremonie, auch bekannt als Teeritual, steht in ihrer zugrunde liegenden Philosophie dem Zen nahe. Es ist eine in ihrem Ablauf bestimmten Regeln folgende Zusammenkunft, bei der ein oder mehrere Gäste von einem Gastgeber Tee und leichte Speisen gereicht bekommen.

Japan - Fürst in Hofkleidung, ARU

Japanische Stoffpuppe
Japan - Fürst in Hofkleidung (japanische Stoffpuppe)
Die Sengoku-Zeit, was soviel bedeutet wie Zeit der kriegsführenden Lande, ist eines der bewegtesten Zeitalter in der japanischen Geschichte. Mit Beginn um 1477 war die vorherige Zentralstaatlichkeit vorbei und es trat ein neuer Typ Feudalherr auf, der Sengoku-Daimyō. Während der etwa 100-jährigen Dauer rangen neue Männer um die Herrschaft über den Archipel. 

Trotz der unruhigen Zustände war die Endphase der Sengoku-Zeit um 1573 eine Zeit bedeutsamer Entwicklungen für Japan. Oda Nobunaga reformierte die Verwaltung der Dörfer, die Landvermessung und die Steuererhebung. Eine Reform und Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten, sowie eine Befreiung des Handels legten den Grundstein für den Aufstieg der Kaufleute, der später prägend für die Edo-Zeit sein sollte. 

Japan - GO-Spieler, MMD

Japan - Go-Spieler
Go ist ein strategisches Brettspiel für zwei Spieler. Das Spiel stammt ursprünglich aus dem antiken China und hat im Lauf der Geschichte eine besondere Prägung in Japan, Korea und Taiwan erhalten. Erst seit dem 20. Jahrhundert fand Go auch Verbreitung außerhalb Ostasien.

Japan - Leichtes Kriegsboot, WDF

Japan - Leichtes Kriegsboot
Japan unternahm während der Zeit der kämpfenden Reiche (Sengoku-jidai) im 16. Jahrhundert größere Anstrengungen im militärischen Schiffbau, da die Feudalherrscher in ihrem Kampf um die Vorherrschaft riesige Küstenmarinen mit mehreren 100 Schiffen aufbauten. Die größten dieser Schiffe wurden als Atakebune bezeichnet. Um diese Zeit scheint Japan auch eines der ersten eisengepanzerten Kriegsschiffe der Geschichte entwickelt zu haben. 

Oda Nobunaga, ein japanischer Daimyō, ließ 1576 sechs mit Eisen gedeckte Ōatakebune bauen. Diese Schiffe wurden auch Tekkōsen, wörtl. eisengepanzerte Schiffe genannt und waren mit mehreren Kanonen und großkalibrigen Büchsen bewaffnet, um die großen, aber ungepanzerten hölzernen Schiffe des Feindes zu bekämpfen. Mit diesen Schiffen besiegte Nobunaga 1578 die Marine der Mori in der Mündung des Flusses Kizu nahe Osaka und begann eine erfolgreiche Seeblockade. Die Oatakebune werden jedoch eher als schwimmende Festungen und weniger als echte Kriegsschiffe angesehen und nur in Küstengewässern eingesetzt.

Japan - Meldung an den Fürsten, ARU

Japan - Meldung an den Fürsten
Meldung an den Fürsten

Japan - Samurai in verschiedenen Rüstungstypen, ARU

Japan - Kriegsherren, Mitte der Sengoku-Zeit
Den Samurai wurde von ihrem Lehnsherrn (Daimyō) eine festgesetzte jährliche Reismenge (Koku) als eine Art Gehalt gewährt. Das Koku war abhängig von Status, Familienzugehörigkeit und persönlichem Verdienst. Ein „ärmerer“ Daimyō verfügte über mindestens 10.000 Koku Reis pro Jahr, ein wohlhabender über 100.000.

Gemessen an der Kaufkraftentwicklung entsprach dabei 1 Koku etwa 100 Euro nach heutigem Stand. In einem kleinen Fürstenlehen  (Han) mochte ein Samurai in einer hohen Militär- oder Beamtenposition wenige Tausend Koku erhalten. Doch auch ein Samurai mit 1200 Koku galt als vermögend. Eine 400-Koku-Familie zählte zu den Wohlhabenden und mochte ein respektables Anwesen mit Ziergarten und mehreren Dienern besitzen. Selbst ein Samurai mit 150 Koku lebte in noch gesicherten finanziellen Verhältnissen.

Japan - Samurai zu Pferd, ARU

Samurai ist die im Westen übliche Bezeichnung für ein Mitglied des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. In Japan selbst ist die Bezeichnung Bushi üblich. Heute wird Samurai einzig für den Kriegeradel jener Zeit verwendet und nicht beispielsweise für Ashigaru ; leichtgerüstete Fußsoldaten; wörtlich „leichtfüßig“. Herrenlos gewordene Samurai wurden als „Wellenmänner“ bezeichnet. Trotz verschiedener Intrigen und kurzer Perioden unter der Herrschaft diverser Kaiser lag die wahre Macht in den Händen der Shōgune und der Kriegsadeligen.

Während der Sengoku Jidai (1467–1568) war das japanische Ständesystem noch so flexibel, dass sich auch Männer aus niederen sozialen Klassen als Krieger einen Namen machen und Samurai werden konnten (auch wenn ein formaler Bushidō-Status bei 150 gleichzeitig um Einfluss kämpfenden Kriegsherren kaum einen Wert besaß). Dies änderte sich, als Toyotomi Hideyoshi (1536–1598), selbst Sohn eines Fußsoldaten, nach einem furiosen Aufstieg Erster Minister (Kampaku) wurde. Er erließ 1586 ein Gesetz, das die Zugehörigkeit zum Samurai-Stand als permanent und erblich festschrieb und Nicht-Samurai verbot, Waffen zu tragen.

Japan - Sumo-Ringer, ARU

Japan - Sumo-Ringer
Sumo gibt es schon seit 1500 – 2000 Jahren, professionell wird aber erst seit dem 17. Jahrhundert, der Edo-Periode, gekämpft. Der japanische Sport stammt aus dem Shintoismus, der neben dem Buddhismus die wichtigste Religion in Japan ist.

Ursprünglich war Sumo in Japan Teil eines Rituals, um die Shinto-Gottheiten, Kami, um eine reiche Ernte zu bitten. Deshalb wurden Sumo-Kämpfe vor einem Schrein oder Tempel ausgetragen, bevor das erste Stadion 1909 gebaut wurde. Bis heute hängt über dem Ring (Dohyo) immer das Dach eines Shinto-Schreins.

Kaiser Maximilian, SZB

"Vater der Landsknechte" in voller Rüstung
Landsknechte  - Kaiser Maximilian I.
Maximilian I. aus dem Geschlecht der Habsburger war durch Heirat ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Habsburgischen Erblande und vom 4. Februar 1508 bis zum 12. Januar 1519 römisch-deutscher Kaiser.

Als Kunstmäzen, Förderer der Wissenschaften, Humanist, aber auch in seiner Prunkverliebtheit stellte sich Maximilian als typischer Renaissanceherrscher dar, seine Bemühungen zur umfassenden Popularitätssteigerung trugen bereits alle Züge eines „modernen“ Herrschers. Doch gleichzeitig stilisierte sich Maximilian entsprechend der burgundischen Tradition des Rittertums zum Idealbild des mittelalterlichen Ritters.


Kaufmannszug um 1500, ARU

Warentransport des Handelshauses der Fugger
Handel - Kaufmannszug um 1500
Der Erfolg der Handelshauses der Fugger war eng gekoppelt an dessen europaweites, ausgeklügeltes und sicheres Kommunikationsnetz mit zentralem Sitz in Augsburg. Bereits Ulrich und Georg Fugger hatten ihren Handel europaweit ausgedehnt und gründeten in Nürnberg und Venedig erste Außenstellen, sogenannte Faktoreien.  Jakob Fugger schließlich erkannte schon sehr früh, dass die Zukunft des Handels im Westen lag und gründete um 1500 eine Niederlassung in Lissabon.  

Jakob Fugger gelang es, einen internationalen Konzern aufzubauen, dessen Einfluss von Osteuropa bis in die Gebiete der Neuen Welt (Amerika) reichte. Wesentlich trug zur Macht der Fugger die Monopolstellung am europäischen Kupfermarkt bei, die Jakob für die Fugger eroberte. Ersichtlich wurde ihre Macht auch, als zu ihren Gunsten Gesetze geändert wurden.  

Einzigartig ist, dass das Handelshaus der Fugger einen eigenen Nachrichtendienst hatte und ihre Konkurrenz ausspionierte. Die wohl berühmteste Aktion der Fugger war, als sie „Kaisermacher“ wurden. Sie zahlten 852.000 Gulden dafür, dass der spanische König Karl zum römischen Kaiser ernannt wurde.

Kleidung zur Zeit der Renaissance, ARU

Verschiedene Paare
Renaissance Kleidung
Die Kleidungsmode, die sich am Ende des 15. Jahrhunderts entfaltete, wird als Italienische Renaissance bezeichnet. In dieser Epoche erlebte der Handel seinen Aufschwung und in Florenz, das zu dieser Zeit als Zentrum des Geld- und Handelsverkehrs galt, konnte es nicht an kostbaren und luxuriösen Stoffen fehlen: Brokate und Samt, die mit Gold und Silber durchwirkt sowie farbig gemustert waren. Farben wie Rot, Grün und Gelb, die im Sonnenlicht schimmerten, bestimmten das Damen- und Herrenoutfit dieser Epoche.

Harmonisches Gesamtbild sowie Bewegungsfreiheit nahmen in der Mode an Bedeutung zu, obwohl weiterhin körpernah geschnittene Mieder sowie faltenreiche Rocke getragen wurden. Etwas mehr als vorher konnten sich aber die Frauen durch tiefe Ausschnitte der Öffentlichkeit zeigen. Die Ausschnitte waren leicht gerundet oder eckig und ließen Schulter und Nacken frei.

Das charakteristische Merkmal bei Damenkleidern war die hohe Taille, lange, austauschbare und einfallsreich gestaltete Ärmel sowie die Schnürung. In der Männerkleidung dominierten dagegen Warms mit bauschigen Ärmeln sowie ein Obergewand, das einem Mantel ähnlich und mit einem Verschluss versehen war. Prachtvoll und reich an Details, mit denen man den individuellen Geschmack unterzeichnen konnte.

Landknechte stürmen eine Stadt, ZFL

Landsknechte - Stürmen einer Stadt
Das 15. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch die Ablösung alter Kampftechniken durch neuartige Methoden der Kriegsführung. Bereits in den Freiheitskämpfen der Schweizer zeigte sich beim Aufeinandertreffen von Ritterheeren mit den unkonventionell kämpfenden Schweizern, dass die Zeit von Kämpfen Mann gegen Mann nach festgelegten Regeln und Ritualen ihrem Ende entgegen ging.

Durch den Einsatz von Geschützen konnten die Befestigungen von Städten und Burgen schneller zerstört und somit leichter erobert und geplündert werden.

Landsknecht-Typern, PFC

Unterschiedliche Bewaffnung und Kleidung
Landsknecht-Typen
Die Hauptwaffe der Landsknechte war der Langspieß - eine bis zu sechs Meter lange Stangenwaffe mit knapp 30 cm langer Spitze. Die mit einer Länge von etwa zwei Metern deutlich kürzere Hellebarde wurde von den Unterführern und Doppelsöldnern getragen. Als Varianten der Hellebarde kamen auch Glefen und Partisanen, anfangs auch der Schefflin genannte Wurfspieß und der Morgenstern zum Einsatz.

Das Landsknechtsschwert war der Katzbalger mit kurzem Griff, S-förmiger Parierstange und stumpf zulaufender Klinge, dazu manchmal die langmesserartige Kurz- oder Bauernwehr als Stichwaffe. Auch der Anderthalbhänder, ein degenförmiges Schwert mit schmaler Klinge, wurde gelegentlich eingesetzt. Einige Doppelsöldner kämpften mit gewaltigen Zweihänderschwertern, die länger als 1,60 Meter sein konnten. Sie besaßen eine sehr lange und breite Klinge, einen sehr langen Griff mit langen, an den Enden gebogenen Parierstangen und zumeist Faustbügeln, mit denen geübte Fechter kunstfertige Manöver ausüben konnten. 

Vor ihren schweizerischen Rivalen ersetzten die deutschen Landsknechte die Armbrust vollständig durch Handfeuerwaffen. Obwohl diese bewährte Armbrust einige Vorteile hatte, nahm sie Kaiser Maximilians 1507 durch Verordnung aus dem Gebrauch und ließ einen Teil der Doppelsöldner mit Hakenbüchsen oder Arkebusen bewaffnen. 


Landsknechte beim Plündern, ARU

Landsknechte -  beim Plündern
Landsknecht bezeichnet einen zu Fuß kämpfenden, zumeist deutschen Söldner im späten 15. und 16. Jahrhundert. Seine primären Waffen sind nach dem Schweizer Vorbild die Pike, „Lanze“.

An sich wurden Landsknechte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation als kaiserlich-habsburgische Söldner angeworben, aber sie kämpften dann auch für viele andere europäischen Herrscher. Aufgrund ihrer fortschrittlichen und disziplinierten Kampfweise galten sie als besonders schlagkräftig, und  hatten aber immer auch den Ruf von Plünderern und  Marodeuren, die nach ausgebliebenen Soldzahlungen oder bei „Arbeitslosigkeit“ ganze Landstriche verheeren konnten. Das Wesen der Landsknechte entwickelte sich vor allem während der Regierungszeit Kaiser Maximilians I., im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts.

Landsknechtshaufen, JSB

Ein Obrist präsentiert seine Haufen Kaiser Karl V.
Landsknechte - vor Kaiser Karl V.
Kaiser Karl V. aus dem Hause Habsburg war ab 1515 Herzog der Burgundischen Niederlande und ab 1516 als Carlos I. der erste König von Spanien, genauer von Kastilien, León und Aragón in Personalunion. Im Jahr 1519 erbte er das Erzherzogtum Österreich und wurde als Karl V. zum römisch-deutschen König gewählt, nach seiner Krönung 1520 trug er zunächst den Titel „erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches“, Sacrum Romanum Imperium.

1520 wurde er im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied zum „erwählten“ Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher König, durch Papst Clemens VII. zum Kaiser gekrönt und ist damit nach Friedrich III. der zweite und letzte Habsburger, der von einem Papst gekrönt wurde.

1556 trat Karl V. von seinen Herrscherämtern zurück und teilte seine Herrschaftsgebiete zwischen seinem ältesten Sohn Philipp II., der die spanischen Besitzungen erbte, und seinem jüngeren Bruder Ferdinand I., der die österreichischen Erblande bereits 1521 erhalten hatte und dem nun auch der Kaisertitel zufiel, auf. Durch diese Teilung spaltete sich das Haus Habsburg in eine spanische und eine österreichische Linie. Karl verstarb 1558 in der Abgeschiedenheit des Klosters San Jerónimo de Yuste.

Luther im Gewitter, GBS

Luther wird von einem Gewitter überrascht
Reformation - Luther im Gewitter
Martin Luther reiste wenige Wochen nach Beginn seines Jurastudiums nach Mansfeld zu seinen Eltern. Auf dem Rückweg, so ist es überliefert, wurde er am 2. Juli 1505 von einem schweren Gewitter beim Dorf Stotternheim in der Nähe von Erfurt überrascht.

Auf dem freien Feld suchte er unter einem Baum Schutz, als ihn fast ein Blitzschlag traf. In Todesangst rief er die Heilige Anna an und gelobte, wenn er alles heil überstehe, Mönch zu werden. Zwei Wochen später trat Martin Luther in das Augustinerkloster ein, der strengsten Mönchsgemeinschaft von Erfurt. Weder Freunde noch sein Vater konnten ihn umstimmen.

Luther im Kreise seiner Familie

Martin Luther mit Frau und Kindern

Reformation - Luther und seine Familie
Martin Luther und Katharina von Bora wurden am 13. Juni 1525 von Johannes Bugenhagen getraut, die Hochzeitsfeier fand am 27. Juni statt. Noch heute wird das Hochzeitsfest zu Ehren der Luthers in Wittenberg gefeiert. Das Paar lebte und wirkte im ehemaligen Augustinerkloster in Wittenberg, dessen Bewirtschaftung zum großen Teil Katharina von Bora übernahm. Neben der Verwaltung betrieb sie Viehzucht sowie eine Bierbrauerei und bewirtschaftete die zahlreichen Ländereien. Viele Studenten und Gäste verfolgten dort Luthers Lehre, seine Ehefrau versorgte sie. 
 
Katharina von Bora gebar sechs Kinder, drei Töchter und drei Söhne.
Ihre Tochter Elisabeth starb im frühen Kindsalter, was das Ehepaar Luther tief bewegte. Nach Martin Luthers Tod im Jahr 1546 geriet Katharina von Bora in eine wirtschaftliche Notlage, durch Unterstützung des Adels, wie Herzog Albrecht von Preußen oder König Christian III. von Dänemark, konnte sie sich jedoch wirtschaftlich erholen. Pest und Missernten zwangen sie 1552 zur Flucht aus Wittenberg. Katharina floh nach Torgau, wo sie am 20. Dezember 1552 starb.

Martin Luther in Worms, JWM

Luther beim Reichstag von Worms vor Kaiser Karl V., 1521
Reformation - Luther vor dem Reichstag zu Worms 1519 vor Kaiser Karl V.
Nachdem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablass veröffentlicht hatte, kam es zunächst in Augsburg, Heidelberg und Leipzig zu einem Verhör bzw. zu Streitgesprächen. Insbesondere das Streitgespräch mit dem Ingolstädter Professor Johannes Eck in Leipzig (1519) führte dazu, dass sich Luthers Aussagen immer mehr gegen die Tradition der Kirche wandten.

Im Januar 1521 verhängte Papst Leo X. den Kirchenbann über Luther. Normalerweise folgte darauf die Reichsacht. Aber die Reichsfürsten und Stände setzten sich bei Kaiser Karl V. ein und erwirkten ein Verhör Luthers auf dem Wormser Reichstag. Karl sicherte freies Geleit zu.

Am 17. und 18. April 1521 fand das Verhör im Bischofshof zu Worms statt. Luther weigerte sich zu widerrufen. Tags drauf kündigte der Kaiser die Reichsacht an, die am 8. Mai erlassen wurde (Wormser Edikt). Damit waren seine Schriften verboten. Niemand durfte ihn beherbergen und jedermann sollte ihn an Rom ausliefern.

Martin Luther und Philipp Melanchton, SZB

Die Reformatoren
Reformation - Marin Luther und Philipp Melanchthon
Melanchthon und Luther lernten sich 1518 bei der Heidelberger Disputation (Streitgespräch) kennen. Luther hatte durch seine Veröffentlichung der 95 Thesen schon 1517 die Kirche zu reformieren begonnen. In Melanchthon, der sich als Reformer des Bildungswesens stark machte, fand Luther eine ergänzende Persönlichkeit für die Erneuerung der Kirche. Beide waren jedoch sehr unterschiedlich. Während Luther kräftig, korpulent, oft polternd und volksnah war, wirkte Melanchthon sensibel, leicht verletzbar und zart.

Luther ärgerte sich bisweilen über die Vorsichtigkeit seines 14 Jahre jüngeren Mitstreiters, wogegen Melanchthon gelegentlich unter der groben und aggressiven Art Luthers litt. Trotz alledem schätzten sich beide sehr und wussten um die Vorzüge und Stärken des anderen. Dies lässt sich auch anhand der Übersetzung des Neuen Testaments durch Luther im Herbst 1521 auf der Wartburg nachvollziehen, als Melanchthon die Durchsicht und sprachliche Korrektur vornahm. 


Martin Waldseemüller, RPU

zur Namensgebung des neuentdeckten Kontinents Amerika
Seefahrt - Martin Waldseemüller zur Namensgebung des neu entdeckten Kontinents Amerika
Martin Waldseemüller, hier mit der Weltkugel in der Hand, war ein deutscher Kartograf der Renaissance. Er erstellte die erste Weltkarte, auf der die Landmassen im Westen nach Amerigo Vespucci mit dem Namen „America“ bezeichnet wurden.

Die Karte besteht aus zwölf rechteckigen Einzelstücken und wurde zuerst als Holzstich vorgearbeitet. Es wird angenommen, dass sie im Auftrag und mit Förderung von René II., des Herzogs von Lothringen, entstand. Dieser verfügte auch auf Grund der zentralen Lage seiner Herrschaft über gute Kontakte zu den europäischen Königshäusern. Man geht davon aus, dass man ihm, von dem man wusste, dass er sich sehr für Kartografie interessierte, anstelle von Bestechungsgeldern neue geographische Informationen zukommen ließ, die Seefahrer auf ihrem Weg gen Westen gesammelt hatten. Dieses Wissen gab er an Waldseemüller weiter.

Münzer um 1500, JMM

Handwerk - Münzer um 1500 - die einzelnen Arbeitsvorgänge
Die ersten Funde von vermutlichem Metallgeld stammen aus dem Mittelmeerraum und datieren um 2000 v. Chr.; Tierminiaturen aus Bronze.

Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der griechischen Insel Ägina geprägt. Bis etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch.

Die ersten runden Münzen der römischen Republik stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und wurden aus Kupfer oder Bronze geschlagen, die großen, ein Pfund schweren Kupferstücke, das As, war jedoch gegossen.

Von Spätantike bis Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu, und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. 

In der Münzkunde beginnt die Neuzeit mit dem Entstehen des Talers. Erstmals wurde 1486 unter Erzherzog Sigismund in Tirol eine große Silbermünze geschlagen, der Uncialis oder Guldiner. Die erste in größerer Anzahl geprägte Großsilbermünze war der nach dem Vorbild des Tiroler Guldiners geprägte sächsische silberne Gulden. Diese später als Klappmützentaler bezeichnete Großsilbermünze wurde erstmals um das Jahr 1500 in der Münzstätte Annaberg/Frohnau und vermutlich auch in der Münzstätte Wittenberg geschlagen.

Osmanische leichter Reiter, MPN

Osmanen - leichter Reiter
Als Osmanische Armee bezeichnet man das Heer des Osmanischen Reiches von zirka 1299 bis 1923. Das Osmanische Reich verdankt seine Entstehung und Rolle als entscheidende Macht in Kleinasien, im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Nordafrika und auf der Krim zum großen Teil den Erfolgen der osmanischen Armee.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts folgte eine weitere massive Ausdehnung des Osmanischen Reiches durch weitere Eroberung. Das osmanische Heer war zu diesem Zeitpunkt eine moderne Armee.

Die Strategie der Osmanen war stets offensiv, die Taktik in der Schlacht jedoch defensiv ausgerichtet.

Osmanisches Katapult, KWB

Belagerung Konstantinopels, 1453
Osmanen - Katapult
Die Eroberung von Konstantinopel im Jahr 1453 durch ein etwa 80.000 Mann starkes Belagerungsheer des osmanischen Sultans Mehmed II. beendete das Byzantinische Reich. Die Verteidigung der Stadt oblag Kaiser Konstantin XI., der etwa 7.000–10.000 Soldaten zur Verfügung hatte und aller Wahrscheinlichkeit nach während des letzten Sturms auf die Stadt fiel.

Der Untergang des Byzantinischen Reiches markiert zugleich den endgültigen Aufstieg des Osmanischen Reiches zur Großmacht. Sowohl in der türkischen als auch der westeuropäischen Rezeption kommt der Eroberung ein hoher symbolischer Wert zu; sie wird je nach Perspektive als Ausweis von imperialer Größe bzw. als Fanal für Zerfall und Untergang betrachtet. In der Geschichtsschreibung wird die Eroberung von Konstantinopel bisweilen als eines der Ereignisse genannt, die den Übergang vom europäischen Mittelalter in die Renaissance markieren.

Persönlichkeiten des deutschen Bauernkrieges, SZB

Truchseß von Waldburg, Thomas Münzer, Götz von Berlichingen
Bauernkrieg - Truchseß von Waldburg, Thomas Münzer, Götz von Berlichingen
Deutscher Bauernkrieg  ist die Gesamtheit der Aufstände von Bauern, Städtern und Bergleuten, die 1524 in weiten Teilen Süddeutschlands, Thüringens, Österreichs und der Schweiz ausbrachen. Es kamen zwischen 70.000 und 75.000 Menschen ums Leben.

Georg III. Truchseß von Waldburg-Zeil wurde als Bauernjörg durch seine Rolle im Bauernkrieg berühmt und wegen seines grausamen und erbarmungslosen Durchgreifens gegen die aufständischen Bauern gefürchtet.

Thomas Müntzer war Theologe, Reformator, Drucker und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges. Er stand auf der Seite der Unterdrückten und war für die gewaltsame Befreiung. 

Gottfried „Götz“ von Berlichingen war ein fränkischer Reichsritter. Er wurde durch seine Rolle im schwäbischen Bauernkrieg - zeitweise als Verbündeter der Bauern - und als Vorbild der gleichnamigen Hauptfigur in Johann Wolfgang von Goethes Schauspiel bekannt. Dort wird ihm das sogenannte Götz-Zitat „er kann mich im Arsche lecken“ zugeschrieben.

Ritterliches Gastmahl, SMK

Renaissance - Ritterliches Gastmahl

Samurai zu Pferd, ARU

Japan - Samurai zu Pferd
Samurai ist die im Westen übliche Bezeichnung für ein Mitglied des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. In Japan selbst ist die Bezeichnung Bushi üblich. Heute wird Samurai einzig für den Kriegeradel jener Zeit verwendet und nicht beispielsweise für Ashigaru. Herrenlos gewordene Samurai wurden als Rōnin bezeichnet.

Ursprünglich waren die Samurai nur Soldaten im Dienste des Kaisers und der Adelsstämme. Durch den Aufstieg des Shōgunats und der damit einhergehenden Errichtung einer Militäraristokratie stiegen die Samurai allerdings zur regierenden Schicht auf. 

Während die regionalen Daimyō sich zusammenschlossen und Arbeitskraft sowie Ressourcen sammelten, formten sie eine auf Anführer ausgerichtete Hierarchie. Dieser Anführer war entweder ein entfernter Verwandter des Kaisers oder ein rangniedrigeres Mitglied einer der drei Adelsfamilien. Ihre Söhne erbten ihre Positionen und führten von der Mitte bis zum Ende der Heian-Periode die regionalen Daimyō weiter beim Niederschlagen der Rebellionen in ganz Japan an.


Schweizer Fahnenträger, NSM

Landsknechte - Schweizer Fahnenträger
Landsknecht bezeichnet einen zu Fuß kämpfenden, zumeist  deutschen Söldner des späten 15. und des 16. Jahrhunderts, dessen primäre Waffe nach dem Schweizer Vorbild der Reisläufer die Pike („Lanze“) war. Sie kämpften für viele europäische Herrscher und galten auf Grund ihrer fortschrittlichen und disziplinierten Kampfweise als besonders schlagkräftig. Sie hatten aber immer auch den Ruf von Plünderern und Marodeuren, die nach ausgebliebenen Soldzahlungen oder bei „Arbeitslosigkeit“ ganze Landstriche verheeren konnten. Das Wesen der Landsknechte entwickelte sich vor allem während der Regierungszeit Kaiser Maximilians I., zu Beginn des 16. Jahrhunderts. 

Schweizer Reisige im Kampf gegen Burgunder, SMK

Landsknechte - Schweizer Reisige im Kampf gegen Burgunder
Reisläufer, waren spätmittelalterliche Schweizer Söldner, die bis ins 17. Jahrhundert im Dienste zahlreicher europäischer Herrscher standen. Das Wort "reise" bedeutet  "Kriegszug, Feldzug" und ist der Vorläufer des  Wortes Reise. Der Reisläufer oder Reisige verdingte sich auf eigene Faust in fremdem Dienst – im Gegensatz zum kapitulierten Dienst, der auf einem Liefervertrag für Soldaten zwischen zwei Ländern beruhte.

1474–1477 führte Karl der Kühne Kriege gegen die Schweizer Eidgenossenschaft. 1475 ließ er seine Truppen das Herzogtum Lothringen besetzen, das den nördlichen und den südlichen burgundischen Besitz voneinander trennte. Am 5. Januar 1477 wurde er in der Schlacht bei Nancy von den verbündeten Eidgenossen und Lothringern geschlagen, er selbst fiel in der Schlacht. 

Burgund war ein starkes und wirtschaftlich sehr begehrtes Land - sowohl die Franzosen als auch die Habsburger Herrscher versuchten immer wieder das Land zu erobern. 

Stürmende Landsknechte mit Pike, ARU

bei Pavia 1525
Landsknechte - Stürmende Landsknechte mit Pike


Mit seinen gefürchteten Schweizer Söldnern eröffnete  König Franz I. von Frankreich 1525 den Kampf um Italien. Bei Pavia setzte der Feldherr auf eine List, den Rest besorgten seine Landsknechte - in einer gigantischen Schlacht.

Das Treffen vor Pavia zählt zu den größten Schlachten des 16. Jahrhunderts im Herzen Europas. Franz I. von Frankreich und Karl V., König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, rangen um die Hegemonie über (West-)Europa; den Osten beherrschten die Osmanen. Das Schlachtfeld war Italien, wo schon Franz’ Vorgänger große Erfolge errungen hatten. 

1515 hatte Franz die Eidgenossen bei Marignano so schwer geschlagen, dass die Schweizer ihre eigenen Großmacht-Ambitionen begruben, um fortan als Söldner an den Kämpfen um die Macht teilzunehmen. Die Könige von Frankreich erkannten die Chance und sicherten sich gegen Geld die Kampfkraft der besten Soldaten ihrer Zeit. Zusammen mit der Artillerie, die Karl VIII. aufgebaut hatte, und den schweren Lanzenreitern schien diese Armee unüberwindlich zu sein.

Sumo-Ringer, ARU

Japan - Sumo-Ringer
Sumo gibt es schon seit 1500 – 2000 Jahren, professionell wird aber erst seit dem 17. Jahrhundert, der Edo-Periode, gekämpft. Der japanische Sport stammt aus dem Shintoismus, der neben dem Buddhismus die wichtigste Religion in Japan ist.

Ursprünglich war Sumo in Japan Teil eines Rituals, um die Shinto-Gottheiten, Kami, um eine reiche Ernte zu bitten. Deshalb wurden Sumo-Kämpfe vor einem Schrein oder Tempel ausgetragen, bevor das erste Stadion 1909 gebaut wurde. Bis heute hängt über dem Ring (Dohyo) immer das Dach eines Shinto-Schreins.

Szene aus dem Bauernkrieg

Bauernkrieg - Ein Fähnlein Landsknechte
Wirtschaftliche Probleme, häufige Missernten und großer Druck der Grundherren führten dazu, dass immer mehr Bauern in eine Abhängigkeit gerieten, aus der sie sich befreien wollten. Vor allem die dörfliche Oberschicht wollte Veränderungen. Die Bauern wollten ihre überlieferten Rechte wiederherstellen und ein menschenwürdiges und im Übrigen gottesfürchtiges Leben führen. Ihre Forderungen aber rüttelten an den Grundfesten der bestehenden Gesellschaftsordnung. 

Die soziale Erhebung, die heute immer noch allgemein als Deutscher Bauernkrieg bezeichnet wird, blieb jedoch keinesfalls auf die Bauern allein beschränkt, es beteiligten sich auch  Städter und Bergleuten an diesen Aufständen, die blutigst niedergeschlagen wurden und meist mit Verhaftungen, Verurteilungen und Hinrichtungen der Aufständischen endete. 

Szene aus dem Bauernkrieg, RBE

Plünderung der Klosters Weinkeller
Bauernkrieg - Plünderung eines Klosters mit Weinkeller
In der Kirche herrschten erhebliche Missstände. Viele Geistliche führten ein ausschweifendes Leben und profitierten von Stiftungen und Erbschaften der reichen Bevölkerung sowie Abgaben und Spenden der Armen. In Rom gelangte man durch Vetternwirtschaft und Bestechung zu Amt und Würden; die Päpste taten sich als Kriegs- und Bauherren sowie als Förderer der schönen Künste hervor. Bauernhaufen zogen durch die Lande und plünderten auch kirchliche Einrichtungen.

Diese Zustände wurden schon früh auch von Martin Luther kritisiert. Als der Dominikaner Johann Tetzel 1517 im Auftrag des Erzbischofs von Mainz, Albrecht von Brandenburg und des Papstes Leo X. durch Deutschland zog, dort erfolgreich den Ablass predigte und seine Ablasszettel verkaufte. 

Weinsberger Bluttat, WWE

Verurteilung der Grafen Ludwig von Helfenstein
Bauernkrieg - Weinsberger Bluttat
Tötung von Graf Ludwig von Helfenstein, oberösterreichischer Amtmann, Schwiegersohn von Kaiser Maximilian I. und Obervogt über alle schwäbischen Bauern, von daher verhasst. Er wurde von Aufständischen am 16. April 1525, einem Ostersonntag, vor den Toren der Stadt Weinsberg hingerichtet. 
Am Karfreitag  vereinigten sich Odenwälder und Hohenloher Bauern, die sich Anfang April bei der Plünderung des Klosters Schöntal gesammelt hatten  zusammen und zogen zur Stadt und Burg Weinsberg, die nur mit wenigen Soldaten besetzt war. 

Die Hinrichtung Helfensteins und seiner Begleiter löste bei den Herrschenden in Deutschland, vor allem in Franken, einen großen Schock, ja regelrechte Panik aus, da sie ihre Stellung zu Recht bedroht sahen. Martin Luther, der anfangs gewisse Sympathien für die Bauern zeigte, nahm die Bluttat zum Anlass für seine Schrift Wider die mörderischen Rotten der Bauern, in der er den Adel zu unnachsichtiger Härte gegen die Aufständischen aufforderte.