Ortsteile

Die lange diskutierte Gebietsreform bringt 1972 für Schrobenhausen mehrere tiefgreifende Einschnitte. Die bis dahin eigenständigen Landkreise Neuburg und Schrobenhausen werden zusammengelegt, Schrobenhausen verliert den Hauptsitz von mehreren Behörden. Doch ist auf der anderen Seite mit den Eingemeindungen von Steingriff (1971), Hörzhausen (1971), Sandizell (1972) sowie Mühlried mit Edelshausen (1978) ein enormer Bevölkerungszuwachs verbunden - ein Zuwachs auf 17.000 Einwohner und damit von über 60 Prozent in weniger als 10 Jahren.

Steingriff

Um 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt - verdankt seinen Namen der alten Flurbezeichnung „steinin gruft", was mit steinige Vertiefung übersetzt wird. Es war jahrhundertelang Sitz einer kleinen Hofmark, das Schloss wurde Anfang der 50er Jahre in ein Altenheim umgebaut. Seit der Jahrhundertwende hatte die wirtschaftliche Verflechtung mit der Stadt ständig zugenommen.
  

Hörzhausen

kann auf eine 1100-jährige Vergangenheit zurückblicken. Es wird bereits um 890 als "Heridioshusun" erwähnt, was „zu den Häusern des Herideo" übersetzt wird. Hörzhausen war im Mittelalter Sitz einer ausgedehnten Grafschaft mit dem Gebietsschwerpunkt zwischen Aichach und Schrobenhausen, seit dem 16. Jahrhundert Edelsitz.
 

Sandizell

Mit Sandizell verbindet sich der Name eines Adelsgeschlechts, das sich bis tief ins Mittelalter zurückverfolgen lässt und so zu den ältesten Bayerns gehört. Sandizell war eine bedeutende Hofmark, kann ein prächtiges Wasserschloss vorweisen und besitzt eine der schönsten Dorfkirchen Altbayerns, dessen Altar vom berühmten bayerischen Bildhauer Egid Qurin Asam gestaltet wurde.
 

Mühlried

Benannt nach den seit dem 11. Jahrhundert nachgewiesenen Paarmühlen - kann von allen Ortsteilen die stürmischste Bevölkerungsentwicklung aufweisen: Es konnte seine Einwohnerzahl von 434 im Jahr 1840 auf 3.500 heute verachtfachen. Auch Mühlried hatte seit der Jahrhundertwende, verstärkt nach 1945, eine enge Beziehung zur Stadt entwickelt.
 

Edelshausen

wird bereits um 790 als "Zetileshusun" urkundlich erwähnt, wobei ein Adliger names Zetil als Namensgeber des Ortes auftaucht. Auch Edelshausen war Jahrhunderte lang Sitz einer Hofmark, die seit dem 15. Jahrhundert einer Sandizeller Seitenlinie gehörte und im 18. Jahrhundert wieder zum Stammhaus Sandizell zurückfiel. In Edelshausen stand ursprünglich ein Schloss, heute erinnert der Gutshof Egle noch an den Sandizeller Gutskomplex.