Stadtnachrichten

Rund um die Kommunalpolitik


"Das war gar nicht so einfach“, erinnerte sich der Rathauschef vor den rund 30 interessierten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer Christian Huber an seinen ersten Tag im Amt. „Es war alles neu für mich und ich musste erst einmal die Arbeitsabläufe kennen lernen.“ Die ersten Tage und Wochen habe Reisner vor allem eines getan, nämlich viele Gespräche geführt. „Das hat sich bis heute nicht geändert, man redet schon sehr viel in diesem Job.“ Mit Bürgern, anderen Behörden, aber vor allem auch mit seinen rund 180 Angestellten. Reisner gab offen zu, dass er die letzte Komponente „vielleicht etwas unterschätzt“ habe. „Die Personalführung kannte ich in diesem Umfang nicht. Auch hier musste ich zunächst meinen Weg finden.“ Generell sieht Reisner aber die Kommunikation als einen der Schwerpunkte eines jeden Bürgermeisters.

Warum er glaube, dass er den Wahlkampf am Ende für sich entscheiden konnte, war eine der ersten Fragen aus dem jungen Publikum. Nach kurzem Überlegen war der Bürgermeister sicher: „Weil die Menschen gespürt haben, dass ich mich für sie einsetze und etwas bewegen will.“ Das war und ist nach wie vor sein oberstes Ziel: Etwas zu bewirken. Als Beispiel nannte Reisner aktuelle Projekte, die er mit seiner Stadtverwaltung und dem Stadtrat vorantreiben möchte: Den Bahnübergang zum Beispiel, die Erweiterung der Grundschulen oder der Neubau des Kreiskrankenhauses in Schrobenhausen. Er wisse selbst, alles Mammutprojekte, „die uns die nächsten Jahre beschäftigen werden“. Und vor allem auch nicht Schrobenhausen allein umsetzen kann. Am letzten Beispiel erklärte der Rathauschef, wie die Zusammenarbeit auf Kreistags- und Landkreisebene aussieht. Sein Fazit: „Auch das ist nicht immer einfach, jeder vertritt natürlich seinen Standpunkt.“ Für Reisner bedeute das, immer das Bestmögliche für Schrobenhausen rauszuholen.

Viele der Jugendlichen stellten Fragen zur Entwicklung der Lenbachstadt. „Welche Themen beschäftigt Sie am meisten?“, wollten eine Schülerin wissen. „Wir werden weiterhin in Baugebiete investieren“, so Reisner. Dazu gehöre auch der soziale Wohnungsbau und gleichzeitig auch die Infrastruktur wie Kinderbetreuung oder Freizeiteinrichtungen. Gerade für Jugendliche wolle er einiges auf den Weg bringen, wie den geplanten Dirtpark, einen Skaterpark und eventuell auch ein neues Jugendzentrum am Sportgelände. „Das wird nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können“, gestand Reisner. „Aber wir bleiben dran, das verspreche ich Euch.“

Auch die neue Bundesregierung war ein Thema der Fragestunde und was sich der Rathauschef von den Politikern erhoffe – sowohl privat als auch für Schrobenhausen. „Ich wünsche mir, dass mehr umgesetzt und vorangetrieben wird, als es zuletzt der Fall war.“ Reisner ist sich sicher, dass die Umweltpolitik eine völlig andere Rolle spielen wird. „Hoffentlich schaffen wir es, den Klimawandel mit Augenmaß umzusetzen.“ Auf die Frage, was dafür von der Kommune angestrebt werde, nannte der Bürgermeister beispielsweise den Beschluss des Stadtrates, geeignete Flächen für den Erbau von Freiflächenphotovoltaikanlagen prüfen zu lassen. „Hier hatten wir auf einen Schlag Anträge für insgesamt 263 Hektar erhalten. Im Stadtrat haben wir uns dann auf maximal 150 Hektar verständigt.“ Ein weiteres Großprojekt, dass nicht bei jedem Bürger auf Gegenliebe stößt. Auch hier sieht Reisner es als seine Aufgabe, zu vermitteln. „Wir können nicht ewig auf der Stelle treten. Da müssen wir alle mitanpacken.“

Zum Schluss verteilte der Bürgermeister noch an jede Schülerin und jeden Schüler eine Geschenktasche mit Block, Stift sowie einem Kinogutschein und sprach für den Arbeitskreis eine Einladung fürs nächste Jahr ins frisch sanierte Rathaus aus.