Stadtnachrichten

Blitzlicht der Woche


Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

im Januar habe ich meinen 60. Geburtstag gefeiert. Als Teil der „Babyboomer“ der späten 50er Jahre darf ich mich durchaus privilegiert fühlen. Ich wurde in die Welt des Wirtschaftswunders hineingeboren. Die Zeit der Entbehrungen im und nach dem zweiten Weltkrieg waren überwunden. Es herrschte Zuversicht und Aufbruchsstimmung, so dass ich mich heute – sechzig Jahre später – an eine unbeschwert durchlebte Kindheit und Jugend zurückerinnern darf.

Aber nicht nur deswegen fühle ich mich privilegiert und empfinde eine tiefe Dankbarkeit dafür, dass es das Schicksal so gut mit dieser Generation gemeint hat. Es ist uns vergönnt, die längste Friedensgeschichte dieses Kontinents, auf dem wir uns befinden, erleben zu dürfen. Das sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen und ganz einfach dankbar sein.

Sie ahnen, warum ich diese Einleitung für dieses Blitzlicht wähle: Zu verdanken haben wir diese wunderbare Situation zuvorderst dem vereinten Europa, das der Garant für die Sicherung des Friedens und des Wohlstandes ist. Die Unzulänglichkeiten, die es im vereinten Europa unstrittig auch gibt, können wir als Herausforderung zur Verbesserung begreifen. Bei der bevorstehenden Wahl zum europäischen Parlament braucht Europa ein deutliches Bekenntnis der Dankbarkeit und auch des Optimismus´.

Was meine ich damit?

Nun ist es heute – aus meiner Sicht leider – in ganz Europa vielfach so, dass die Nationalisten und die rechte Szene immer lauter ihre Stimme erheben und leider auch zunehmend Zuspruch finden. Deswegen appelliere ich an alle Bürgerinnen und Bürger, beim Wahlgang am 26. Mai den bürgerlichen Parteien durch Ihre Stimme den Rücken zu stärken. Wir stehen vor großen Herausforderungen, die für jeden von uns greifbar sind: Die Sicherung des Friedens und der wirtschaftlichen Stärke in Verbindung mit einer nachhaltigen Energieversorgung sind dabei elementare Grundvoraussetzungen. Europa ist kein abstraktes Gebilde, das einem gleichgültig sein kann. Wir sind Europa. Bitte gehen Sie am 26. Mai zur Wahl. Für ein stabiles Europa in Frieden und Freiheit.

Dr. Karlheinz Stephan
Erster Bürgermeister