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Stadt Schrobenhausen - Lenbachstadt im Spargelland  |  E-Mail: information@schrobenhausen.de  |  Online: http://www.schrobenhausen.de

Kanalsanierung im Linerverfahren im östlichen Bürgermeister-Stocker-Ring - Stand 08/2013

Das "Schlauchlining mit Warmhärtung" gibt es seit etwa 40 Jahren. Bei unserem Bürgermeister-Stocker-Ring handelt es sich wegen der besonderen Rahmenbedingungen, des mächtigen Durchmessers und der großen Länge um eine sehr anspruchsvolle Maßnahme. Bei derartigen Baustellen mit schwierigen Randbedingungen besticht das Schlauchlinerverfahren mit erstaunlichen Möglichkeiten. Der technischen Leiter der Stadtwerke, Herr Tobias Zimmermann, beantwortete uns hierzu ein paar Fragen:
Linerverfahren

1.    Wie teuer ist die gesamte Sanierung?

Im Zuge der Vorplanungen von Sanierungen und Erneuerungen ist von uns auch über das aus unserer Sicht wirtschaftlichste Verfahren zu entscheiden. Die Auftragssumme inklusive aller Nebenkosten beträgt bei dieser wichtigen Maßnahme brutto 650.000 €. In offener Bauweise hätten wir wahrscheinlich mit 50 % höheren Kosten rechnen müssen.

 

 

2.    Können Sie uns den Unterschied zwischen der offenen Bauweise und dem Linerverfahren etwas näher erklären?

Bei der offenen Bauweise ist der Boden, i.d.R. die Straße auf dem ganzen Sanierungsabschnitt zu öffnen. Der Rohrgraben ist statisch zu sichern, trocken zu halten, erst dann erfolgt der Rohraustausch. Anschließend ist dieser mit geeignetem Material wieder zu verfüllen und die Oberfläche ordnungsgemäß wiederherzustellen.

 

Beim Linerverfahren handelt es sich um ein langjährig bewährtes Verfahren zur weitestgehend grabenlosen Rohrsanierung. Die unterirdische Sanierung findet im Inneren des Kanals mittels eines Kunststoffschlauches statt. Nach Beseitigung von Wurzeleinwüchsen und anderer Schäden wird der alte Betonkanal gesäubert und der neue Kunststoffkanal eingebracht. Ein „Rohr im Rohr" ist so entstanden.

 

 

3.    Welche Gründe bewogen Sie, sich im Bgm.-Stocker-Ring für das Schlauchlinerverfahren zu entscheiden?

Hierfür gab es eine ganze Reihe von Gründen:

  • Das vorgefundene Schadensbild und die ausreichend vorhandene Größe des Kanals waren die zwei Grundvoraussetzungen für unsere Wahl. Ist ein Kanal zu klein oder sind die Schäden am bestehenden Kanal zu groß, kann nur in offener Bauweise erneuert werden
  • Keine Beeinträchtigung des schützenswerten Baumbestands unseres historischen Stadtwalls und des kürzlich malerisch gestalteten Wassergrabens
  • Die Baukosten des Linerverfahrens sind grundsätzlich deutlich günstiger als die „offene Bauweise"
  • Bei einer „offenen Bauweise" hätte speziell hier die gesamte Baumaßnahme archäologisch begleitet werden müssen. Zusätzliche Kosten wären so angefallen. Zudem wollten wir die Hauptarbeiten in den Sommerferien abwickeln. Im Falle eines interessanten Fundes wäre dies wohl nicht möglich gewesen.
  • Relativ kurze Bauzeiten

 

 

4.    Haben Sie ein paar detaillierte technische Daten dieses spannenden Projekts?

Der zu sanierende Kanalabschnitt hat eine Gesamtlänge von etwa 480 Metern. Vorgesehen ist der Einzug von speziell angefertigten Schlauchlinern in die eiförmigen Kanalprofile mit einer Dimension von 700/1050mm bis 900/1350mm. Der Schlaucheinzug erfolgt bemerkenswerter Weise trotz seiner großen Länge, Krümmung und wechselnden Durchmessern in nur zwei Abschnitten: 1. Abschnitt: L= ca. 350m / 2. Abschnitt L=ca. 133m; Die Schlauchdicke liegt zwischen 21 und 28mm.

 

 

5.    Wie bringen Sie den neuen Schlauchliner in den bestehenden Beton-Kanal?

Der Schlauchliner besteht aus mehrlagigem, mit Harz getränktem Nadelfilz aus Polyester. Über einen sog. Inversionsturm wird er in den vorhandenen Kanal mit Wasserdruck eingebracht. Die bis dahin eisgekühlten Schläuche werden dabei von innen nach außen in den bestehenden Kanal gepresst. Nach dem Einbau wird der Kunststoffkanal dann mit warmem Wasser ausgehärtet. Fertig ist der neue Kanal!

 

Durch die äußerst detaillierten und gewissenhaften Planungen sowie baulichen Vorarbeiten wird im Nachgang eine exakte Öffnung der seitlich angeschlossenen Hausanschlüsse und Straßenabläufe mittels eines Fräsroboters problemlos wieder möglich.

 

 

 

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