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Mit der Ausstellung in Schrobenhausen soll nicht nur ein großer deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts gewürdigt werden, sondern auch ein Mensch, der sich in vorbildlicher Weise für Minderheiten, für verfolgte und diffamierte Menschen eingesetzt hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Portraits, in denen sich die tiefe, körperliche und seelische Verwundung der Menschen in den Jahren der NS Diktatur wiederspiegeln. Bis heute gehören sie mit zu den wichtigsten Beiträgen künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Es gibt kaum einen andern deutschen Künstler, in dessen Werk sich der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma so unmittelbar widerspiegelt wie bei Otto Pankok. Durch seine Freundschaft mit den Düsseldorfer Sinti wurde er schließlich zum künstlerischen Chronisten der an ihnen begangenen Verbrechen. Pankok hat das Leiden des Menschen unter der Gewalt des Staates zum Thema gemacht, wobei er aber die Menschen nicht auf Klischees reduziert oder inszeniert, sein Blick geht tiefer: Es geht ihm darum, die von ihm porträtierten Menschen in ihrer Individualität und in ihrer unbedingten Würde hervortreten zu lassen. Selbstbildnis, 1958 Nach dem Krieg setzte sich Otto Pankok für den Wiederaufbau eines besseren Deutschlands ein, er schuf Bilder von überlebenden Sinti, die er in Düsseldorf wiedergetroffen hat und tritt in Zeitungberichten sowie Rundfunkbeiträgen immer wieder für die Rechte dieser Menschen ein. Otto Pankoks Lebenswerk umfasst über 6000 Kohlezeichnungen, fast 800 Holzschnitte, über 800 Radierungen, etwa 500 Lithografien, Steinschnitte und Monotypien sowie zahlreiche Zeichnungen für die Düsseldorfer Zeitung „Der Mittag" und über 200 Plastiken. Viele seiner Werke sind heute im Kunstmuseum in der „Alten Post" in Mülheim an der Ruhr, im Otto-Pankok-Museum im Haus Esselt bei Drevenack und im Otto-Pankok-Museum in Bad Bentheim-Gildehaus zu sehen. Die Bilder und Objekte sind Leihgaben des Otto-Pankok-Museums Haus Esselt und von einem Privatsammler. ^ Biografische Angaben: OTTO PANKOK 1893 am 6. Juni in Mülheim/Ruhr geboren 1912 nach dem Abitur - Studium an der Akademie der Bilden Künste in Düsseldorf und Weimar 1914 Kriegsdienst 1915 bei einer Grabensprengung verschüttet, dann Lazarett und Sanatorium 1918 Ausweisung aus dem Sanatorium in Vechta, weil er Flugblätter druckte 1920 tritt in Düsseldorf der Künstlergruppe „Junges Rheinland" bei, der auch Otto Dix angehörte 1921 heiratet Hulda Droste 1925 Geburt seiner Tochter Eva 1927 seine Mappe „Zeichnungen" erscheint im Piper-Verlag in München 1930 in Holland erscheint sein „Stern-Blume"-Buch 1931 erste Begegnung mit Sinti in Frankreich, dann in Düsseldorf 1932 Ausstellung in der Städtischen Kunsthalle Mannheim 1933 60 Bilder zum „Passions-Zyklus" - 5 waren in Essen ausgestellt, wurden aber entfernt 1935 - 1945 keine Ausstellungen 1936 Hausdurchsuchungen, Polizeikontrollen und Arbeitsverbot, auch für seine Frau 1937 die Ausstellung in München „Entartete Kunst" - zeigt seine „Zigeuner Lithos" 1939 ein Emigrationsversuch in die Schweiz scheitert 1945 „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" - erste Ausstellung nach dem Krieg im Reiff-Museum, Aachen 1946 Rückkehr nach Düsseldorf und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen 1947 Professor an der Düsseldorfer Akademie 1953 Grafikpreis der Biennale von São Paolo 1958 erwirbt Haus Esselt bei Bünen am Niederrhein - heute Pankok Museum 1960 Beteiligung an der Ausstellung „Künstler gegen Atomkrieg" 1961 Eintritt in die „Deutsche Friedensunion" 1964 Holzschnitt „Neger Langston Huges gewidmet" - gegen Rassendiskriminierung 1965 Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mühlheim/Ruhr 1966 stirbt im Oktober in Wesel
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