Schrobenhausen - Lenbachstadt im Spargelland  |  E-Mail: stadt@schrobenhausen.de   |  Online: www.schrobenhausen.de
Zur Startseite der Homepage der StadtLenbachmuseum Schrobenhausen
Sie sind hier:   Stadt Schrobenhausen  >  Tourismus und Kultur  >  Aktuelles | Termine
Sonderausstellung im Museum im Pflegschloss - 28. Februar bis 11. April 2010
Otto Pankok: Menschenbilder - Zivilcourage in seiner Kunst
Otto Pankok hat sein umfangreiches Lebenswerk in einem halben Jahrhundert fruchtbar schöpferischer Arbeit geschaffen. Über viele Jahre widmete sich der Künstler vor allem den leidenden Menschen und den Menschen am Rande der Gesellschaft. Auf vielen Reisen hielt er die Verarmten und Ausgestoßenen fest, aber auch die unterschiedlichsten Landschaften und Tiere.
Großansicht in neuem Fenster: Hoto II
 

Mit der Ausstellung in Schrobenhausen soll nicht nur ein großer deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts gewürdigt werden, sondern auch ein Mensch, der sich in vorbildlicher Weise für Minderheiten, für verfolgte und diffamierte Menschen eingesetzt hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Portraits, in denen sich die tiefe, körperliche und seelische Verwundung der Menschen in den Jahren der NS Diktatur wiederspiegeln. Bis heute gehören sie mit zu den wichtigsten Beiträgen künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust.  Es gibt kaum einen andern deutschen Künstler, in dessen Werk sich der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma so unmittelbar widerspiegelt wie bei Otto Pankok. Durch seine Freundschaft mit den Düsseldorfer Sinti wurde er schließlich zum künstlerischen Chronisten der an ihnen begangenen Verbrechen.

Pankok hat das Leiden des Menschen unter der Gewalt des Staates zum Thema gemacht, wobei er aber die Menschen nicht auf Klischees reduziert oder inszeniert, sein Blick geht tiefer: Es geht ihm darum, die von ihm porträtierten Menschen in ihrer Individualität und in ihrer unbedingten Würde hervortreten zu lassen.

Selbstbildnis, 1958

 

Nach dem Krieg setzte sich Otto Pankok für den Wiederaufbau eines besseren Deutschlands ein, er schuf Bilder von überlebenden Sinti, die er in Düsseldorf wiedergetroffen hat und tritt in Zeitungberichten sowie Rundfunkbeiträgen immer wieder für die Rechte dieser Menschen ein.

 

Otto Pankoks Lebenswerk umfasst über 6000 Kohlezeichnungen, fast 800 Holzschnitte, über 800 Radierungen, etwa 500 Lithografien, Steinschnitte und Monotypien sowie zahlreiche Zeichnungen für die Düsseldorfer Zeitung „Der Mittag" und über 200 Plastiken. Viele seiner Werke sind heute im Kunstmuseum in der „Alten Post" in Mülheim an der Ruhr, im Otto-Pankok-Museum im Haus Esselt bei Drevenack und im Otto-Pankok-Museum in Bad Bentheim-Gildehaus zu sehen.

Die Bilder und Objekte sind Leihgaben des Otto-Pankok-Museums Haus Esselt und von einem Privatsammler. ^

 

 

Biografische Angaben:

 

OTTO PANKOK

 

1893                am 6. Juni  in Mülheim/Ruhr geboren

1912                nach dem Abitur - Studium an der Akademie der Bilden Künste

                        in Düsseldorf und Weimar

1914                Kriegsdienst

1915                bei einer Grabensprengung verschüttet,

                        dann Lazarett und Sanatorium

1918                Ausweisung aus dem Sanatorium in Vechta, weil er Flugblätter

                        druckte

1920                tritt in Düsseldorf  der Künstlergruppe  „Junges Rheinland" bei,

                        der auch Otto Dix angehörte

1921                heiratet Hulda Droste

1925                Geburt seiner Tochter Eva

1927                seine  Mappe „Zeichnungen" erscheint im Piper-Verlag

                        in München

1930                in Holland erscheint sein „Stern-Blume"-Buch

1931                erste Begegnung mit Sinti in Frankreich, dann in Düsseldorf

1932                Ausstellung in der Städtischen Kunsthalle Mannheim

1933                60 Bilder zum „Passions-Zyklus" -

                        5 waren in Essen  ausgestellt, wurden aber entfernt

1935 - 1945    keine Ausstellungen

1936                Hausdurchsuchungen,  Polizeikontrollen und Arbeitsverbot, 

                        auch für seine Frau

1937                die Ausstellung in München „Entartete Kunst" - zeigt seine

                       „Zigeuner Lithos"

1939                ein Emigrationsversuch in die Schweiz scheitert

1945                „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" -

                        erste Ausstellung nach dem Krieg im Reiff-Museum, Aachen

1946                Rückkehr nach Düsseldorf und zahlreiche

                        Ausstellungsbeteiligungen

1947                Professor an der Düsseldorfer Akademie

1953                Grafikpreis der Biennale von São Paolo

1958                erwirbt Haus Esselt bei Bünen am Niederrhein -

                        heute Pankok Museum

1960                Beteiligung an der Ausstellung „Künstler gegen Atomkrieg"

1961                Eintritt in die „Deutsche Friedensunion"

1964                Holzschnitt „Neger Langston Huges gewidmet" -

                        gegen Rassendiskriminierung

1965                Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft  der Stadt Mühlheim/Ruhr

1966                stirbt im Oktober in Wesel

 

 

zurück nach obenzurück nach oben